Zahl der Arbeitslosen in Hessen wächst kräftig
Die Konjunkturflaute hat den Arbeitsmarkt in Hessen fest im Griff. Zu Jahresbeginn steigt die Arbeitslosenzahl. Eine Gruppe ist besonders betroffen. Wirtschaftsverbände sprechen von einem Alarmsignal.
Frankfurt (dpa/lhe) - Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist zu Jahresbeginn kräftig gestiegen. Zum Stichtag 14. Januar waren 207.152 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 12.815 oder 6,2 Prozent mehr als im Vormonat Dezember, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt mitteilte. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosenzahl um 6,4 Prozent auf 12.393 Menschen.
Die Arbeitslosenquote wuchs im Januar gegenüber Dezember um 0,4 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent. Saisonbereinigt sei die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um weitere 1.000 Menschen gewachsen, so die Regionaldirektion.
«Dass die Anzahl der Arbeitslosen im Januar ansteigt, ist saisonüblich. Jedoch verfestigt sich der bereits seit Monaten anhaltende Trend schlechter werdender Arbeitsmarktdaten», sagte Frank Martin, Leiter der hessischen Regionaldirektion. Die Arbeitslosenquote steige in allen betrachteten Personengruppen, besonders bei Menschen mit ausländischem Pass mit einer Quote von 14,2 Prozent. Zugleich kämen insgesamt am Arbeitsmarkt vergleichsweise wenig neu gemeldete Jobs dazu.
Weiterer Anstieg 2025 erwartet
«Auch wenn wir eine kontinuierlich weiter wachsende Anzahl an Menschen, die in Hessen sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, registrieren, bereitet uns die anhaltende konjunkturelle Schwäche Sorgen», sagte Martin. Im neuen Jahr rechne man mit einem weiteren Anstieg, erklärte er mit Blick auf die schwache Konjunktur. Schon im Dezember hatte es einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Hessen gegeben.
«Alarmsignale werden immer lauter»
«Mit der höchsten Januar-Arbeitslosigkeit in Hessen seit 2010 werden die Alarmsignale am Arbeitsmarkt immer lauter», sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU). Zugleich steige die Sozialabgabenquote für Beschäftigte immer weiter, sodass netto weniger vom Brutto bleibe.
Der Rekord in Hessen von rund 2,8 Millionen sozialversicherten Beschäftigten sei kein Anlass zum Zurücklehnen. So sei die Zahl der Industriearbeitsplätze in Hessen seit 2018 um rund 30.000 auf 385.000 gesunken. «Gleichzeitig gibt es aber 35.000 mehr Beschäftigte im öffentlichen Dienst, die von den Steuerzahlern finanziert werden müssen.»
Der DGB Hessen-Thüringen appellierte an die Politik. «Die nächste Bundesregierung steht vor enormen Herausforderungen, die nicht durch eine Schwächung der sozialen Sicherung, immer längere Arbeitszeiten und einen Wettbewerb auf Kosten der Beschäftigten zu beantworten sind», sagte der Bezirksvorsitzende Michael Rudolph.