Tennis

Struff einziger deutscher Achtelfinalist in Stuttgart

Nur noch Jan-Lennard Struff trägt die deutschen Hoffnungen im Achtelfinale von Stuttgart. Für zwei andere Lokalmatadoren ist das Rasen-Tennisturnier schon nach dem Auftakt wieder vorbei.

Stuttgart (dpa/lsw) - Mit einem ungefährdeten Auftakterfolg hat Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff die deutsche Tennis-Bilanz beim Rasenturnier in Stuttgart aufgehübscht. Gegen den Chinesen Zhang Zhizhen gelang der deutschen Nummer zwei am Dienstag auf dem sonnigen Centre Court des TC Weissenhof ein souveränes 6:1, 6:4. Damit zog der Sauerländer als Einziger aus einem deutschen Trio ins Achtelfinale ein. «Der Sieg tut gut», sagte Struff: «Ich bin sehr zufrieden mit dem Match.»

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Geschwächt von Schüttelfrost und Fieber konnte sein Doppelpartner, Vorjahreshalbfinalist Oscar Otte, dagegen zuvor nicht an sein überzeugendes Abschneiden von 2022 anknüpfen. Auch für den Kempener Daniel Altmaier endete der Auftakt der Rasensaison nach den French Open mit dem Erstrunden-Aus und der schnellen Enttäuschung.

Der Weltranglisten-24. Struff dominierte dagegen nach einem frühen 0:1 im ersten Satz mit druckvollen Grundschlägen und einem starken Aufschlag die Partie und war nach nur 57 Minuten fertig. In der Runde der besten 16 trifft der Warsteiner am Donnerstag auf den US-Amerikaner Tommy Paul, gegen den er bisher viermal verloren hatte und noch keinen Satz gewinnen konnte. Dennoch trägt Struff die deutschen Hoffnungen, auch Ende der Woche im Turnier mitzumischen. French-Open-Halbfinalist Alexander Zverev hatte seine Teilnahme wegen Oberschenkelproblemen kurzfristig abgesagt.  «Das erste Rasenmatch ist immer brutal schwierig. Man weiß nicht, wo man steht», sagte Struff.

Altmaier musste zuvor feststellen, wie schwierig der Wechsel vom Sandplatz- zum Rasentennis sein kann. Beim 3:6, 1:6 gegen den Australier Christopher O'Connell blieb er chancenlos. Im ersten Match nach den French Open, bei denen er in der zweiten Runde mit einem Coup über den italienischen Top-Ten-Spieler Jannik Sinner fasziniert hatte, habe er sich «sehr unwohl» gefühlt. Er könne noch viel lernen auf Rasen, sagte der 24-Jährige. «Ich glaube, ich habe deutlich die wenigste Erfahrung auf einem Belag wie Rasen.»

Otte hatte vor einem Jahr bewiesen, was er auf dem schnellen Untergrund mit flach abspringenden Bällen und kurzen Ballwechseln leisten kann. In Stuttgart und anschließend im westfälischen Halle war der Kölner ins Halbfinale eingezogen. Diesmal musste der auf Weltranglistenplatz 141 abgerutschte Otte nach dem 4:6, 3:6 gegen den Franzosen Gregoire Barrere 4:6, 3:6 schnell die Heimreise antreten, um sich auszukurieren. 

Geschwächt von einer Erkrankung verpasste es Otte, sich mit den schönen Erinnerungen an die Rasensaison 2022 aus seinem Tief zu arbeiten. Er habe nach der Niederlage im Doppel am Montag im Bett gelegen und erst nach Rücksprache mit dem Arzt entschieden, anzutreten. «Er meinte, wenn das Fieber runter ist und die Gliederschmerzen weg sind, dann kann ich es probieren», berichtete Otte: «Es war etwas besser heute morgen, aber es haben einige Prozent gefehlt. Auf jeden Fall extrem ärgerlich mal wieder. Ich habe mir so viel vorgenommen.»

Ob sein Start in Halle in der kommenden Woche gefährdet sei, wusste Otte nicht: «Ich probiere alles, dass ich für Halle mindestens wieder bei 95 Prozent bin».