Gewerkschaften

Tarifbindung als Bedingung – DGB erhöht Druck auf Politik

Ab 10.000 Euro Auftragssumme soll nach Tarif gezahlt werden: Wie der DGB mit seinem Vorstoß die Arbeitswelt in Baden-Württemberg verändern will.

Der DGB will ein Tariftreuegesetz für Baden-Württemberg. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Der DGB will ein Tariftreuegesetz für Baden-Württemberg. (Archivbild)

Ludwigsburg (dpa/lsw) - Öffentliche Aufträge in Baden-Württemberg sollen nach dem Willen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) künftig an tarifliche Bezahlung gekoppelt werden. Der Vorstoß richtet sich an die neu zu wählende Landesregierung, wie DGB-Landeschef Kai Burmeister und seine Vize Maren Diebel-Evers anlässlich der Bezirkskonferenz in Ludwigsburg mitteilten. Ihren Angaben zufolge profitiert nur noch jeder zweite Beschäftigte im Land von einem Tarifvertrag. «Betriebliche Mitbestimmung und Tarifverträge sind unverzichtbar, um für alle Beschäftigten gute Arbeitsbedingungen zu erreichen.»

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Die Forderung sieht vor, dass Land und Kommunen ab einer Auftragssumme von 10.000 Euro Aufträge nur noch an Unternehmen mit Tarifbedingungen vergeben dürfen. Die sollen zusichern, tarifliche Standards einzuhalten. Das soll die Arbeitsbedingungen für Beschäftigte verbessern, indem Anreize für Tarifverträge geschaffen werden. Das Tariftreuegesetz soll für jede Betriebsgröße gelten.

Der DGB macht sich seit Jahren für eine entsprechende Regelung stark. Er vertritt als politische Stimme die Interessen von rund 763.000 Beschäftigten (Stand Ende 2024) der acht Mitgliedsgewerkschaften. Ihm gehört unter anderem die IG Metall als größte Einzelgewerkschaft an oder auch Verdi oder die IG BCE.

Bei der Bezirkskonferenz mit rund 100 Delegierten stellt sich die DGB-Landesspitze zur Wiederwahl. Der 49 Jahre alte Burmeister und 44 Jahre alte Diebel-Ebers sind seit 2022 im Amt. Damals wurde das Duo zum ersten Mal gewählt.