Turnen

Seitz bleibt deutsche Turn-Königin: Brendel «ein neuer Star»

Turn-Queen Elisabeth Seitz und Jungstar Pascal Brendel gewinnen bei den deutschen Meisterschaften die meisten Titel. Routinier Andreas Toba sorgt zum Schluss für einen emotionalen Moment.

Pascal Brendel in Aktion am Sprung. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Pascal Brendel in Aktion am Sprung.

Düsseldorf (dpa) - Elisabeth Seitz hat mit ihren Titeln 24 und 25 ihre Stellung als deutsche Turn-Königin eindrucksvoll untermauert. Gut ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Paris haben die Frauen bei den deutschen Meisterschaften in Düsseldorf mit neuen Übungen und gesteigerten Schwierigkeiten überzeugt. «Ich bin ziemlich zuversichtlich», sagte Bundestrainer Gerben Wiersma.

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Bei den Männern mischten aufstrebende Teenager angeführt von Jungstar Pascal Brendel die Konkurrenz auf. Zum Auftakt des Schlusstages der Titelkämpfe unterstrich der 19-Jährige einmal mehr, warum er im Deutschen Turner-Bund (DTB) als Hoffnungsträger für die Zukunft gilt. Zwei Tage nach seinem Mehrkampf-Gold gewann der Wetzlarer am Sonntag mit 14,399 Punkten souverän im Sprung und damit seinen zweiten Titel vor dem auch erst 18-jährigen Maxim Kovalanko (Bous/13,883).

Im letzten Wettbewerb setzte Routinier Andreas Toba noch mal ein Ausrufezeichen und gewann nur drei Wochen nachdem er sich das Schlüsselbein ausgekugelt hatte Gold am Reck - und hatte nach dem Abgang in den Stand Tränen in den Augen. «Wenn man die letzten Tage gesehen hat, war es für mich ein sehr emotionaler Moment. Auf jeden Fall mit der emotionalste in meiner Karriere, weil die letzten Wochen sehr, sehr schwer waren», sagte der 32-Jährige, der als «Hero de Janeiro» weltweit bekannt geworden ist.

Für Bundestrainer Valeri Belenki war Brendel schon nach dessen Platz acht im Mehrkampf bei den jüngsten Europameisterschaften in Antalya «ein neuer Star». «Es freut mich, dass der Pascal so gut abgeschnitten hat. Nach meiner Meinung ist er zur Zeit Number One», erklärte Belenki nun in Düsseldorf.

Am Vortag hatte bereits der 18 Jahre alte Daniel Mousichidis aus Schwalbach überraschend die Finals am Boden und am Pauschenpferd für sich entschieden und die Arrivierten um den ehemaligen EM-Dritten Nils Dunkel (Halle/Saale) düpiert. «Es ist vielleicht ein weites Ziel, aber Olympia nächstes Jahr ist ein Ziel. Das war die erste Chance, dass wir uns bei den Senioren zeigen können, dass wir was drauf haben», erklärte der Junioren-Europameister forsch. «Ich freue mich, dass die Jungen von unten kommen», sagte Belenki, «ich freue mich als Cheftrainer, dass die Alten etwas Druck bekommen. Das wird spannend.»

Die deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz holte nach ihren Titeln im Mehrkampf und am Stufenbarren am Sonntag noch Bronze am Boden hinter Lea Marie Quaas (Chemnitz) und Anna-Lena König (Karlsruhe). In einem packenden Finale am Schwebebalken siegte Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer-Betz (Chemnitz) mit 13,700 Punkten vor der Europameisterin von 2022, Emma Malewski (Chemnitz/13,066).

«Es war eine wichtige Standortbestimmung hier», sagte DTB-Sportdirektor Thomas Gutekunst mit Blick auf die Weltmeisterschaften Ende September in Antwerpen, wo die Startplätze für Olympia vergeben werden. Am Stufenbarren und am Balken hätten die Frauen teils hochkarätige Übungen gezeigt. Die Leistungen von Seitz, Schäfer-Betz, Malewski stimmten ihn zuversichtlich, aktuell könne man damit zufrieden sein. «Es gibt aber auch noch einiges zu tun in vielen Bereichen. Das gilt bei den Männern mindestens so wie bei den Frauen», sagte Gutekunst.