Bundesliga

Unangenehmer Prozess: Eintracht-Sorgen nach Saison-Fehlstart

Eintracht Frankfurt ist schlecht in die Bundesligasaison gestartet. Droht ein Absturz?

Eintracht Frankfurt hat in der Bundesliga einen Saison-Fehlstart hingelegt. Foto: Florian Wiegand/dpa
Eintracht Frankfurt hat in der Bundesliga einen Saison-Fehlstart hingelegt.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die bittere Pleite bei der Saison-Heimpremiere setzte den Spielern und Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt mächtig zu. Das 1:4 (1:0) gegen den FC Augsburg führte allen Beteiligten drastisch vor Augen, «dass es eine schwierige Saison wird», wie Routinier Mario Götze befand. Oder wie es Trainer Adi Hütter ausdrückte: «Wir sind in einem Prozess, der sehr unangenehm ist.»

Der Fehlstart mit nur einem Punkt aus zwei Spielen, in denen jeweils eine Führung verspielt wurde, drückt mächtig auf die Stimmung im Verein und in dessen Umfeld. Sportvorstand Markus Krösche warb daher um Geduld. «Ich verstehe die Aufregung und die Nervosität, aber wir sollten alle die Ruhe bewahren. Wir haben eine junge Mannschaft, die sich entwickeln wird. Aber das braucht Zeit», sagte Krösche.

Hütter sieht bis zum Rhein-Main-Derby beim FSV Mainz 05 am kommenden Samstag (15.30 Uhr) zwei vordringliche Aufgaben: «Wir müssen das schnell aus den Köpfen kriegen und wieder Stabilität in die Mannschaft bringen.»

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Hütter hadert

Der 56 Jahre alte Österreicher hatte sich die Rückkehr in sein «Wohnzimmer» nach fünf Jahren «ganz anders vorgestellt», wie Hütter sichtlich geknickt einräumte. Dabei sah es eine Halbzeit lang sehr gut aus für die Eintracht, die den Gegner dominierte und durch ein frühes Tor von Jonathan Burkardt (6. Minute) zur Pause verdient führte.

Eintracht-Trainer Adi Hütter hat viel Arbeit vor sich. Foto: Florian Wiegand/dpa
Eintracht-Trainer Adi Hütter hat viel Arbeit vor sich.

Doch was dann kam, sorgte für ungläubiges Kopfschütteln und Frust. «Die erste Halbzeit hatte ich viel Spaß. Das war der Fußball, den ich sehen möchte. Die zweite Halbzeit war weit weg von dem, was ich sehen möchte. Wir sind überhaupt nicht mehr ins Spiel gekommen und haben keine Lösungen mehr gefunden», bilanzierte Hütter.

Krösche hatte dafür eine plausible Erklärung. «Wir sind momentan nicht stabil genug», stellte der 45-Jährige fest und monierte: «Wir dürfen nach zwei Gegentoren innerhalb einer Minute, die auch nicht passieren dürfen, nicht den Faden verlieren.»

Zusammenbruch nach der Pause 

Genau das tat die Mannschaft aber. Die schnellen Gegentore nach dem Wechsel durch Arijon Ibrahimovic (46.) und Robin Fellhauer (47.) ließen das fragile Eintracht-Gebilde wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Nichts ging mehr bei den Frankfurtern, die weitere Treffer von Alexis Claude-Maurice (65.) und Fabian Rieder (89.) kassierte.

«Augsburg war deutlich reifer in der zweiten Hälfte. Wir befinden uns in einem Prozess mit der Mannschaft, die einen großen Umbruch erlebt hat. Trotzdem darf es nicht passieren, dass wir zu Hause 1:4 verlieren», sagte Torschütze Burkardt und räumte selbstkritisch ein: «Das war deutlich zu wenig, deshalb tut es mächtig weh.» 

Eintracht Frankfurt brach gegen Augsburg in der zweiten Halbzeit komplett ein. Foto: Florian Wiegand/dpa
Eintracht Frankfurt brach gegen Augsburg in der zweiten Halbzeit komplett ein.

Die Sorgen um und bei der Eintracht sind groß, weshalb die Beteiligten bereits Durchhalteparolen verbreiten. «Ein Punkt aus zwei Spielen ist natürlich nicht ideal. Aber es ist noch sehr früh in der Spielzeit. Wir müssen als Mannschaft da durchgehen», sagte Götze. Und Hütter appellierte: «Wir dürfen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Die erste Halbzeit hat gezeigt, dass wir jeden Gegner bespielen können.»