Tarifverhandlungen

Verdi ruft zu bundesweiten Warnstreiks im Handel auf

Die Beschäftigten im Handel wollen mehr Geld. Die ersten Angebote der Arbeitgeberseite überzeugen die Gewerkschaft aber nicht. Bundesweit sind erste Warnstreiks geplant, in vier Städten Kundgebungen.

Verdi startet bundesweit Warnstreiks im Handel. Foto: Tom Weller/dpa
Verdi startet bundesweit Warnstreiks im Handel.

Berlin (dpa) - In den laufenden Tarifverhandlungen im Handel hat die Gewerkschaft Verdi zu den ersten Warnstreiks aufgerufen. Am Freitag sollen bundesweit Betriebe bestreikt werden, sagte Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer. In Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Dortmund finden zudem Streikkundgebungen statt. 

In Hamburg und Nordrhein-Westfalen hatte die Arbeitgeberseite in dieser Woche erste Tarifangebote für den Einzelhandel vorgelegt. Die Gewerkschaft wies sie zurück. Zimmer sprach von «vergifteten Angeboten», die nicht einmal die Inflation ausgleichen würden. Die Arbeitgeber bieten ab November eine Erhöhung um zwei Prozent und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro. 

HDE sieht «kaum Spielraum» 

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Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel starteten im April in den ersten Landesbezirken. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte zuvor bereits vor unrealistischen Forderungen gewarnt. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gebe es «dieses Mal kaum Spielraum» für Lohnerhöhungen. 

Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende konnten sich die Beschäftigten im Einzelhandel für 2023 bis 2025 über ein Einkommensplus von insgesamt etwa 14 Prozent freuen. Die Tarifbindung in der Branche ist seit Jahren rückläufig und vergleichsweise gering.