SKL-Glücksatlas

Warum Hessens Städte beim Glück nicht mithalten können

Kassel fällt aus der Spitzengruppe, Frankfurt und Wiesbaden bleiben Schlusslichter. Der neue Glücksatlas zeichnet ein ernüchterndes Bild.

Kassel fällt im aktuellen Städteranking vom Spitzenplatz des Vorjahres auf Rang 13 zurück. (Symbolbild) Foto: Swen Pförtner/dpa
Kassel fällt im aktuellen Städteranking vom Spitzenplatz des Vorjahres auf Rang 13 zurück. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessische Städte müssen sich im aktuellen Glücksatlas der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) mit bescheidenen Positionen zufriedengeben. So ist Kassel nach dem Spitzenplatz im Vorjahr deutlich zurückgefallen. Die nordhessische Stadt belegt nun Rang 13 unter den 40 größten deutschen Städten.

Ein Einbruch der Lebenszufriedenheit lasse sich daraus nicht ableiten, betonen die an der Studie beteiligten Forscher der Universität Freiburg. Vielmehr habe sich die Verteilung der Antworten verändert. Während im Vorjahr noch 55,9 Prozent der Befragten ihre Lebenszufriedenheit mit der Bestnote 8 bewerteten, sank dieser Anteil auf 47 Prozent.

Realistischer als 2025

Zeitgleich stieg der Anteil der mäßig Zufriedenen von 41,2 auf 50,1 Prozent. Viele Befragte vergaben demnach eher eine 7 statt einer 8. Die Ursachen für diese Verschiebung seien bislang unklar.

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Insgesamt nähere sich Kassel damit wieder stärker jener Position an, die sich aus den objektiven Standortfaktoren ergebe. Nach Angaben der Forscher stimmen subjektive Lebenszufriedenheit und strukturelle Rahmenbedingungen derzeit stärker überein als im Vorjahr.

Am unteren Ende finden sich erneut Frankfurt/Main (Platz 38) und Wiesbaden (Platz 39). Auffällig ist in beiden Städten der vergleichsweise hohe Anteil Unzufriedener. In Frankfurt bewerteten 17 Prozent ihre Lebenszufriedenheit mit Werten zwischen 0 und 4. In Wiesbaden lag dieser Anteil bei 19,5 Prozent.

Individuelle Bewertung im Vergleich zur objektiven Lebensqualität

Das Ranking listet 40 Großstädte mit mehr als 200.000 Einwohnern auf. Für die Umfrage wurde mündlich und persönlich die Frage gestellt: «Wenn Sie einmal alles in allem nehmen, wie zufrieden sind Sie insgesamt zurzeit mit Ihrem Leben?» Die Befragten bewerteten individuell, was ihr Leben lebenswert macht. 

Daneben wurde ein Index der objektiven Lebensqualität aus 30 Indikatoren in acht Kategorien erstellt, darunter Wohnen, Kriminalität, Wohlstand und Arbeitsmarkt, Gesundheit, Familie und Bildung. 

Erfurt oben, Rostock unten

Als mögliche Ursache nennen die Forscher die ausgeprägte Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen. Ein ähnliches Muster zeige sich auch in anderen Städten wie München oder Stuttgart, die ebenfalls hinter ihren strukturellen Möglichkeiten zurückblieben.

Bundesweiter Spitzenreiter ist der Studie zufolge das thüringische Erfurt. Am schlechtesten schneidet Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) ab. Insgesamt hätten sich die Befragten zufriedener geäußert als 2025, hieß es.