Artenschutz

Warum Luchs «Nero» besonders ist - und welche Mission er hat

Im Schwarzwald leben nun 14 erwachsene Luchse. Manche kommen aus zoologischen Einrichtungen. Warum das wichtig ist und worum es bei der Auswilderung geht.

«Nero» soll für Nachwuchs sorgen. Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe/dpa
«Nero» soll für Nachwuchs sorgen.

Karlsruhe/Stuttgart (dpa/lsw) - Mit Luchs «Nero» ist ein waschechter Baden-Württemberger im Schwarzwald ausgewildert worden und soll dort für Nachwuchs sorgen. «Nero» kam am 21. Mai 2025 im Zoo Karlsruhe zur Welt. «Er ist damit der erste Luchs aus dem Erhaltungszuchtprogramm für den Karpatenluchs, der nicht nur in Baden-Württemberg geboren, sondern auch hier im Land ausgewildert wurde», sagte Landwirtschaftsministerin Marion Gentges (CDU) laut Mitteilung. «Luchs Nero ist ein echter Baden-Württemberger, mit dem wir den Weg für ein dauerhaftes Luchsvorkommen im Land fortsetzen.»

Ziel ist es, eine genetisch vielfältige europäische Population des Luchses zu erhalten. Mit «Nero» steigt die Zahl der Luchse, die im Rahmen des 2023 gestarteten Projekts «Luchs Baden-Württemberg» ausgewildert wurden, auf sieben. Zudem wanderten Tiere zu, so dass den Angaben zufolge aktuell 14 erwachsene Tiere im Schwarzwald leben. «Im Frühsommer 2026 konnte erstmals seit rund 200 Jahren Nachwuchs bei zwei ausgewilderten Luchsinnen bestätigt werden - ein Meilenstein für das Projekt.»

Beitrag zum Artenschutz

Seit März 2026 lebte «Nero» in einem neu geschaffenen Gehege im Tierpark Oberwald des Karlsruher Zoos, in dem die Luchse extra auf eine Auswilderung vorbereitet werden - mit möglichst wenig Kontakt zu Menschen. 

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Er ist mit einem Sender ausgestattet. Foto: Timo Deible/Zoo Karlsruhe/dpa
Er ist mit einem Sender ausgestattet.

«Nachwuchs aus zoologischen Einrichtungen kann einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten», erklärte Projektleiterin Eva Klebelsberg von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg. Der Genpool der freilebenden Populationen lasse sich auf diese Weise erweitern. Das stärke die Widerstandskraft der Tiere gegenüber äußeren Einflüssen.

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) ist die größte Katze Europas. Die Tiere werden laut Wildtierportal Baden-Württemberg 80 bis 110 Zentimeter lang und haben eine Schulterhöhe von bis zu 60 Zentimetern. Sie leben im Wald, seien überwiegend nachtaktiv, Einzelgänger und brauchen sehr viel Platz. Ihr Nahrungsspektrum besteht den Angaben zufolge nur aus Fleisch und reicht von der Maus bis zum Rothirsch (kalb). Hauptbeute seien Rehe.