Weimer besorgt über Verklärung der SED-Diktatur
Der Kulturstaatsminister sieht Geschichtsrevisionismus, der der Demokratie schaden solle. Doch gibt es aus seiner Sicht auch ein «Gegengift von Ostalgie».
Berlin (dpa) - Zum Tag der Deutschen Einheit beklagt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer eine nachträgliche Verklärung der SED-Diktatur. «Rechts- wie linksextreme Kreise versuchen immer lauter, das Unrecht und die Unfreiheit in der DDR zu verharmlosen oder ideologisch umzudeuten», erklärte der parteilose Politiker. «Die Verklärung der SED-Diktatur ist inzwischen zu einem offenen Geschichtsrevisionismus geworden, um der Demokratie zu schaden.»
Er würdigte die Gedenkstätte Point Alpha, einen ehemaligen US-Stützpunkt und Beobachtungsposten in Hessen an der damaligen innerdeutschen Grenze zu Thüringen. Solche Orte seien «architektonische Erinnerungen an das Leid eines zerrissenen Landes», meinte Weimer. «Gedenkstätten sind das Gegengift von Ostalgie.»