Asyl

Weniger Flüchtlinge – Land schließt bald zwei Standorte

Nur noch weniger als 3.000 von mehr als 9.000 Plätzen belegt: Hessen verkleinert seine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber. Welche Standorte werden aufgegeben?

Der Standort Gießen der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge bleibt bestehen. (Archivbild) Foto: Boris Roessler/dpa
Der Standort Gießen der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge bleibt bestehen. (Archivbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Angesichts gesunkener Flüchtlingszahlen verringert das Land Hessen die Zahl der Plätze seiner Erstaufnahmeeinrichtung. Deren Standort im nordhessischen Bad Arolsen wird Ende 2026 und die Notunterkunft im mittelhessischen Alsfeld bereits zum 30. September 2026 geschlossen, wie Integrationsministerin Heike Hofmann (SPD) in Wiesbaden mitteilte. «Zudem werden an anderen Standorten als Unterkünfte genutzte Leichtbauhallen sukzessive zurückgebaut», ergänzte sie.

Gegenwärtig sind ihrem Ministerium zufolge an den noch acht Standorten der Erstaufnahmeeinrichtung insgesamt nur 2.671 Flüchtlinge untergebracht – bei mehr als 9.113 Plätzen ohne die Notunterkunft Alsfeld. 

Deutlicher Rückgang der Flüchtlingszahlen

Die bundesweite Zahl der Asylsuchenden lag laut dem Integrationsministerium 2024 bei rund 200.000 und 2025 nur noch bei etwa 100.000. «Seit Beginn dieses Jahres wurden bundesweit rund 32.700 Asylsuchende (Stand 2. Juni 2026) registriert», hieß es weiter.

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Hessens Integrationsministerin Heike Hofmann (SPD) verweist auch auf die Einsparungen im Landeshaushalt infolge der gesunkenen Flüchtlingszahlen. (Archivbild) Foto: Arne Dedert/dpa
Hessens Integrationsministerin Heike Hofmann (SPD) verweist auch auf die Einsparungen im Landeshaushalt infolge der gesunkenen Flüchtlingszahlen. (Archivbild)

Die Verringerung der Zahl der Flüchtlingsplätze ermögliche dem Land, «dadurch auch mit Blick auf die Haushaltslage notwendige Einsparungen vorzunehmen». Die Flächen der abzubauenden Leichtbauhallen sollten – soweit möglich – dauerhaft freigehalten werden. Die künftige Entwicklung der Flüchtlingszahlen werde im Auge behalten, um bei Bedarf wieder rasch zu reagieren. 

Die Planung des hessischen Sparhaushalts 2027 sieht nach Angaben des Integrationsministeriums vor, «für den Asylbereich Einsparungen von 50 Millionen Euro vorzunehmen. Davon sollen 35 Millionen auf den Bereich der Erstaufnahmeeinrichtung entfallen.»