Umwelt

Weniger Niederschlag lässt Grundwasserstände sinken

Mehr als 70 Prozent der hessischen Messstellen melden niedrigere Grundwasserstände als vor einem Jahr. Welche Ursachen stecken dahinter?

Das Winterhalbjahr ist entscheidend für die Bildung von neuem Grundwasser. (Symbolbild) Foto: Jan Woitas/dpa
Das Winterhalbjahr ist entscheidend für die Bildung von neuem Grundwasser. (Symbolbild)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Die unterdurchschnittlichen Niederschlagsmengen des zurückliegenden Winterhalbjahres haben die Grundwasserstände in Hessen schwinden lassen. Der feuchte Jahresbeginn habe diesen Trend nur kurzzeitig umkehren können, teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden mit. «Aktuell liegen mehr als 70 Prozent der Grundwassermessstellen auf einem niedrigeren Niveau als vor einem Jahr.» Allerdings befänden sich dennoch knapp zwei Drittel im normalen bis sehr hohen Bereich, teilte die Behörde weiter mit.

Das Winterhalbjahr ist entscheidend für die Bildung von neuem Grundwasser. In dieser Zeit ruht die Vegetation und die Verdunstung fällt wegen niedrigerer Temperaturen geringer aus als im Sommer. Dadurch kann ein großer Teil des Niederschlages versickern. Bei der Grundwasserneubildung sei in Hessen seit 2003 grundsätzlich ein Rückgang zu beobachten, teilte das HLNUG mit. Zuletzt sei nur 2023 ein überdurchschnittliches Jahr gewesen, in dem die Speicher nachhaltig gefüllt wurden. 

Auswirkungen des Klimawandels auf Hessen

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Das sogenannte hydrologische Winterhalbjahr 2025/2026 (November bis April) war in Hessen insgesamt eher warm und trocken. Die mittlere Temperatur lag laut HLNUG bei 4,6 Grad und damit etwa 1,9 Grad über dem Wert der Referenzperiode (1961-1990). Zudem sei deutlich weniger Niederschlag gefallen als im langjährigen Mittel. 

«Wir sehen hier ganz klar die Auswirkungen des Klimawandels auf Hessen», erklärte HLNUG-Präsident Thomas Schmid. «Zudem steht das Wetter-Phänomen El-Niño vor der Tür: Der kommende Sommer könnte - auch in Hessen - ein extremer werden.»