Hersteller von Maultaschen

Wie die «Attacke Deutschland» bei Bürger vorankommt

Für viele Menschen in Baden-Württemberg zählen sie zu den Leibspeisen: Maultaschen. Deutschlandweit wollte der schwäbische Teigwarenspezialist Bürger deren Bekanntheit ankurbeln. Hat das funktioniert?

Teigwarenspezialist Bürger: «Attacke Deutschland» (Archivbild) Foto: Marijan Murat/dpa
Teigwarenspezialist Bürger: «Attacke Deutschland» (Archivbild)

Ditzingen (dpa/lsw) - Der Teigwarenspezialist Bürger hat schon vor Jahren intern die «Attacke Deutschland» ausgerufen. Ziel des Unternehmens aus dem schwäbischen Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) ist es, Maultaschen in ganz Deutschland bekannt zu machen. Wie gut das gelungen ist, hat die Deutsche Presse-Agentur den Chef des Familienunternehmens, Martin Bihlmaier, gefragt. 

Bihlmaier zufolge hat Bürger Fortschritte gemacht. 2022 hatte er der dpa gesagt, dass Maultaschen in weiten Teilen Deutschlands noch immer unbekannt seien und sein Unternehmen «schon recht südlastig» sei. Alles über die Landesgrenze Baden-Württembergs hinaus sei «quasi Auslandsgeschäft», sagte Bihlmaier damals.

Bürger-Chef: «Maultasche mittlerweile bekannt»

Und heute? Den meisten Menschen in Deutschland sei die Maultasche mittlerweile bekannt, jedoch hätten sie diese zum Teil noch nie verkostet. «In anderen Bundesländern haben wir höhere Zuwachsraten als in Baden-Württemberg, aber halt auf einem geringeren Niveau», sagt Bihlmaier. Eine Möglichkeit, dass die Maultaschen von Bürger auch über Deutschland hinaus relevant werden könnten, sieht Bihlmaier derzeit nicht.

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Bürger-Chef Martin Bihlmaier: «Produktion wächst natürlich mit dem Umsatz mit» (Archivbild) Foto: Marijan Murat/dpa
Bürger-Chef Martin Bihlmaier: «Produktion wächst natürlich mit dem Umsatz mit» (Archivbild)

Auch Produktionsverlagerungen ins Ausland, um Kosten zu sparen - wie man sie zum Beispiel in der Autoindustrie sieht - seien kein Thema. «Natürlich wird es immer schwieriger, aber trotzdem sehen wir Baden-Württemberg als guten Produktionsstandort an. Wir sind überzeugt, dass es richtig ist, hier zu produzieren», sagt Bihlmaier. Er habe Nachbargrundstücke gekauft, um Kapazitäten für die Zukunft zu schaffen. So habe Bürger das auch schon in den letzten Jahrzehnten gemacht. «Die Produktion wächst natürlich mit dem Umsatz mit», sagt Bihlmaier.

Investitionen in Baden-Württemberg

Das Familienunternehmen beschäftigt mittlerweile über 1.300 Mitarbeiter an den beiden baden-württembergischen Standorten Ditzingen und Crailsheim (Kreis Schwäbisch Hall). In den kommenden drei Jahren sollen über 70 Millionen Euro unter anderem in vier neue Produktionslinien für Teigwaren, eine eigene Metzgerei und ein Gebäude in das Werk in Crailsheim investiert werden, wie das Unternehmen bereits im Februar mitgeteilt hatte.

Bürger hat im vergangenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um knapp drei Prozent auf rund 313 Millionen Euro gesteigert. Angaben zum Gewinn wurden nicht gemacht. «In vielen Bereichen hatten wir Kostensteigerungen, die wir nicht abfedern konnten», sagte Bihlmaier. Es sei aber kein schlechtes Jahr gewesen. Neben Maultaschen produziert Bürger unter anderem auch Gnocchi, Spätzle oder Schupfnudeln.