Flanieren ohne Abgase

Wiesbaden testet autofreies Rheinufer

Der Fuß- und Radweg entlang des Rheinufers in Wiesbaden ist deutlich schmaler als die parallel verlaufende Straße. Nun bekommen Fußgänger und Radfahrer mehr Platz - zumindest an vier Wochenenden.

Die Straße vor dem Schloss soll für Autos tabu werden - zumindest bei einem Verkehrsversuch. Foto: Andrea Löbbecke/dpa
Die Straße vor dem Schloss soll für Autos tabu werden - zumindest bei einem Verkehrsversuch.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Im Wiesbadener Stadtteil Biebrich werden an den ersten vier Augustwochenenden die Autos von einem Straßenabschnitt entlang des Rheinufers verbannt. Jeweils von Freitagabend (18.00 Uhr) bis Sonntagabend (etwa 22.00 Uhr) soll die Strecke vor dem Biebricher Schloss auf etwa 500 Metern Länge autofrei werden, wie die Stadt mitteilte. 

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Der Verkehrsversuch sei mit großer Mehrheit im Ortsbeirat beschlossen worden, sagte Ortsvorsteher Horst Klee. Es gehe darum, zu testen, ob eine Sperrung der Strecke an Wochenenden praktikabel ist. Klee gab zu bedenken, dass es sich um eine Hauptverkehrsader handele. Der Verkehr werde sich dann auf andere Routen durch den Stadtteil verlagern. 

Jörg Daur von den Wiesbadener Grünen erklärte, dass nach Meinung des Ortsbeirats die Aufenthaltsqualität am Rheinufer durch weniger Verkehr deutlich erhöht werden könne. Zudem würden Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern gemindert. «Bewusst wurde der Versuch auf das Wochenende gelegt, um nicht in den Berufsverkehr einzugreifen. Zudem ist dann der Freizeitnutzen am größten», erläuterte Daur.

Der parallel zur Straße verlaufende Fuß- und Radweg am Rheinufer ist eine beliebte Flaniermeile. Die Menschen treffen sich vor allem an Sommerabenden auf ein Glas Wein oder zum Eisessen am Rheinufer, das mit Platanen gesäumt ist. Auf dem Straßenabschnitt gilt bereits Tempo 30.

In Frankfurt hatte es von 2019 bis 2020 eine einjährige Sperrung des Mainufers für Autos gegeben. Der Verkehrsversuch auf der etwa einen Kilometer langen Strecke war politisch umstritten.