Weinheim

Weinheimer Kita-Gebühren steigen um fünf Prozent

In Weinheim wird die Kinderbetreuung teurer. Das hat der Gemeinderat jetzt entschieden, doch nicht alle Stadträte wollen in den sauren Apfel beißen. Was es Eltern künftig kostet, ihre Kinder in die Kita zu schicken, und wann es Geld zurück gibt.

Damit ihre Kinder gut betreut sind, müssen Weinheimer Eltern künftig mehr zahlen. Foto: Fritz Kopetzky
Damit ihre Kinder gut betreut sind, müssen Weinheimer Eltern künftig mehr zahlen.

Eltern von Kindergartenkinder und von Grundschülern, die in die Nachmittagsbetreuung gehen, müssen künftig tiefer in die Tasche greifen. Die Kita-Gebühren in städtischen Einrichtungen steigen ab 1. September, die für die Grundschulbetreuung schon ab August. Bereits im zurückliegenden Jahr waren die Beiträge der Eltern um drei Prozent angehoben worden, jetzt sind es gleich fünf Prozent. Die Stadt bleibt damit allerdings noch unter der Inflationsrate des zurückliegenden Jahres von 7,9 Prozent.

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Beispiel Kita

Das bedeutet: Ab dem 1. September liegt der Beitrag für ein Kind unter drei Jahren in Ganztagsbetreuung bei 564 Euro (vorher 538 Euro) und bei einem Kind ab drei Jahren bei 282 Euro (vorher 269 Euro). Bei zwei Kindern unter drei Jahren sind es 426 Euro (vorher 406 Euro) und bei zwei Kindern ab drei Jahren 213 Euro (vorher 203).

Beispiel Grundschule

In der Grundschulbetreuung bleibt die Staffelung nach der Anzahl der Kinder ebenfalls. Auch hier ein Beispiel: Für ein Kind in der Betreuungszeit von 7 bis 13.30 Uhr zahlen Eltern künftig 102 Euro (vorher 97 Euro), für das zweite Kind müssen dann nur noch 77 Euro gezahlt werden (vorher 73 Euro). Wer sein Kind von 7 bis 17 Uhr betreuen lässt, hat ab August 223 Euro zu zahlen (vorher 212 Euro). Für das zweite Kind fallen 167 Euro an (vorher 159 Euro).

Nur 20 Prozent Kostendeckung

Mit der Entscheidung über die Anpassung der Gebühren taten sich die Stadträte in ihrer Sitzung sichtlich schwer. Allerdings belasten Inflation und steigende Energiekosten sowie steigende Gehälter der Beschäftigten den Haushalt der Stadt Weinheim so stark, dass nachjustiert werden muss. Auch wenn den Stadträten klar war, dass junge Familien ohnehin schon unter den hohen Lebenshaltungskosten zu leiden haben. Oberbürgermeister Manuel Just führte ins Feld, dass die Eltern-Gebühren die tatsächlichen Kosten nur zu 15 bis 20 Prozent decken.

Dennoch: Linke und SPD wollten nicht in den sauren Apfel beißen. Stella Kirgiane-Efremidou (SPD): „Wir haben die Befürchtung, dass sich die Eltern die Kosten nicht mehr leisten könne.“ Das sahen die Linken auch so. Matthias Hörth begründete die Ablehnung mit dem Argument, Kinderbetreuung solle wie in anderen Bundesländern auch in Baden-Württemberg umsonst sein.

Ein vorgelegter Änderungsantrag der SPD mit einer Erhöhung um nur drei Prozent scheiterte allerdings. So passierte der Ursprungsantrag bei Gegenstimmen der Linken und aus den Reihen der SPD-Fraktion nur mehrheitlich den Gemeinderat.

Begrüßt und im Vorfeld in die neue Gebührensatzung eingearbeitet wurde eine Anregung aus dem Ortschaftsrat Rippenweier, wonach Geld zurückerstattet wird, wenn an mindestens 20 zusammenhängenden Betreuungstagen die Betreuungszeit um mehr als eine Stunde täglich eingeschränkt oder die Betreuung ganz eingestellt wird.

Hintergrund ist der Fachkräftemangel in Kombination mit hohen Krankenständen, der sich auch in den Weinheimer Kindergärten niederschlägt. Reduzierte Öffnungszeiten – auch über Wochen hinweg – sind keine Seltenheit, was Eltern vor Herausforderungen stellt und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mindestens erschwert. Eine Erstattung von Teilen der Gebühren sah die Satzung auch in diesen Fällen bisher nicht vor. Die Regelung, dass das Essen sieben Tage im Voraus abbestellt werden muss, ist entfallen. Das soll ab September auch am Vortag möglich sein.