Gesellschaft

App soll Hilfe bei häuslicher Gewalt bieten

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) tritt für die Entwicklung einer App ein, die von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen hilft. Es geht um Millionen Euro.

Eine App soll Frauen unterstützen, die häusliche Gewalt erfahren. Foto: Fabian Sommer/dpa
Eine App soll Frauen unterstützen, die häusliche Gewalt erfahren.

Berlin (dpa) - Eine versteckt auf dem Smartphone laufende App soll von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen Unterstützung bieten. Das Bundesinnenministerium fördert die Entwicklung der App nach Angaben vom Sonntag bis Ende 2026 mit 3,7 Millionen Euro.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Die App werde derzeit in den Regionen Berlin und Hannover als Pilotprojekt angeboten und solle nach und nach auf mehrere Bundesländer ausgedehnt werden. Umgesetzt seien bereits ein Gewalttagebuch zur gerichtsverwertbaren Dokumentation von Übergriffen sowie Hinweise auf Unterstützungseinrichtungen. Hinzukommen soll ein lautloser Notruf für akute Gefahrensituationen. Geplant sei auch eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit mit den
Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte: «Häusliche Gewalt ist für viele Frauen ein furchtbarer Teil des Alltags. Niemand
darf die betroffenen Frauen damit allein lassen. Ich freue mich,
dass mit der App des Vereins 'Gewaltfrei in die Zukunft' das
bestehende Hilfs- und Unterstützungssystem um einen weiteren
Baustein ergänzt wird.»

Statistisch betrachtet wurde 2022 an jedem dritten Tag eine Frau
durch die Tat ihres Partners oder Ex-Partners getötet, hieß es in der Mitteilung. Insgesamt habe es mehr als 157.000 Opfer von vollendeten und versuchten Delikten der Partnerschaftsgewalt gegeben. Die Zahlen von polizeilich registrierter häuslicher Gewalt seien in den vergangenen fünf Jahren um 13 Prozent gestiegen.