Prozess

Arzt nach Mordvorwürfen freigesprochen

Es ist der schlimmste Verdacht, der einen Arzt treffen kann: Menschen getötet zu haben. Im Fall eines Arztes der Medizinischen Hochschule Hannover fällt das Urteil ganz eindeutig aus.

Der Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover (2. v. r.) ist freigesprochen worden. (Archivbild) Foto: Thomas Strünkelnberg/dpa
Der Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover (2. v. r.) ist freigesprochen worden. (Archivbild)

Hannover (dpa) - Ein wegen angeblicher Tötungsdelikte beschuldigter Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover ist vom Landgericht Hannover freigesprochen worden. Strafbares Handeln habe «in keiner Weise» festgestellt werden können, sagte die Vorsitzende Richterin der Kammer, Britta Schlingmann, zur Urteilsbegründung. Der 49 Jahre alte Mediziner sei «ein Arzt, der ausschließlich zum Wohl seiner Patienten handelt». Auch solle er für seine Zeit in Untersuchungshaft entschädigt werden. Zuvor hatten sowohl Anklagevertreter als auch Verteidiger einen Freispruch gefordert. 

Angeklagt war der Arzt wegen Mordes und versuchten Mordes. Er soll laut Anklage im Mai 2019 als Notarzt zu einer 82-Jährigen gerufen worden sein und versucht haben, sie mit Medikamenten zu töten. In den anderen Fällen ging es um Patienten, die auf der Intensivstation behandelt wurden - einen 20-Jährigen, der im Juni 2020 starb, außerdem einen 71-Jährigen, der im März 2025 starb. Der Arzt soll die Therapien der Patienten abgebrochen und sie mit Medikamenten getötet haben.

Auf den Freispruch reagierte der 49-Jährige mit Tränen in den Augen, sein Anwalt Denis Hübner sprach von einem langen «Leidensweg». Die Lage sei «sicherlich extrem belastend für Sie und Ihre Familie» gewesen, sagte die Richterin in Richtung des Freigesprochenen.

Immer top informiert mit dem WNOZ-WhatsApp-Kanal!

Breaking News, spannende Hintergründe und Newsletter: Mit unserem WhatsApp-Kanal bleiben Sie stets über Weinheim, den Odenwald und die Metropolregion informiert.

Impressum