Konflikte

Gewalt im Kongo: 10 Millionen Menschen brauchen Hilfe

Die Demokratische Republik Kongo leidet unter einer humanitären Krise. Die Ernährungslage ist kritisch, die Sicherheit ist bedroht und die Frauen und Mädchen sind besonders gefährdet.

Im Kongo sind laut der UN 5,8 Millionen Menschen binnenvertrieben - die höchste Zahl in Afrika. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa
Im Kongo sind laut der UN 5,8 Millionen Menschen binnenvertrieben - die höchste Zahl in Afrika.

Kinshasa (dpa) - Etwa zehn Millionen Menschen benötigen in der Demokratischen Republik Kongo aufgrund von Gewalt durch bewaffnete Gruppen humanitäre Hilfe. Das teilten Oxfam, der Dänische Flüchtlingsrat und Care International mit.

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Mehr als 26 Millionen Menschen hätten aufgrund des jahrelangen Konflikts nicht genug zu essen, sagte Oxfam Landesdirektorin Justine Gomis Tossou. Hunderttausende Bauern seien aufgrund der jüngsten Gewalt von ihrem Land vertrieben worden und daher nicht in der Lage, die neue Pflanzsaison zu beginnen. Knapp 60.000 Kinder seien mangelernährt. Die schwierige Sicherheitslage behindere die Lieferung von Hilfsgütern, hieß es.

130 unterschiedliche bewaffnete Gruppen aktiv

Seit Anfang des Jahres sind den Angaben zufolge aufgrund anhaltender Konflikte im Osten des Landes knapp 1400 Zivilisten getötet worden. Auch sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen habe zugenommen, so die Hilfsorganisationen.

Im Kongo sind laut der UN 5,8 Millionen Menschen binnenvertrieben - die höchste Zahl in Afrika. Der Osten des Lanes gilt als eine der gefährlichsten Regionen der Welt. Im ganzen Land sollen etwa 130 unterschiedliche bewaffnete Gruppen aktiv sein. Rebellen der ADF (Allied Democratic Forces) aus dem Nachbarland Uganda, die seit fast dreißig Jahren im Kongo aktiv sind, haben sich dem zentralafrikanischen Ableger der islamistischen Terrormiliz Islamischer Staat (ISCAP) angeschlossen. In der instabilen Provinz Nord-Kivu kämpfen auch Rebellen der Gruppe M23, die nach Ansicht von UN-Experten vom angrenzenden Ruanda unterstützt werden, obwohl der Nachbarstaat dies bestreitet.