Ikonisches Gebäude

Berliner Philharmonie: Sanierung könnte 800 Millionen kosten

Veralteter Brandschutz, verstopfte Rohre: Mit der Philharmonie steht eines der ikonischen Gebäude der Hauptstadt vor einer Großsanierung. Das Orchester braucht für Jahre ein Ausweichquartier.

Der Konzertsaal von Architekt Hans Scharoun. Foto: Carsten Koall/dpa
Der Konzertsaal von Architekt Hans Scharoun.

Berlin (dpa) - Die Sanierung der Berliner Philharmonie könnte rund 800 Millionen Euro kosten. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Orchester beauftragte Machbarkeitsstudie. Seit der Eröffnung habe es keine grundsätzliche Instandsetzung mehr gegeben, sagte Intendantin Andrea Zietzschmann. Natürlich sei das eine riesengroße Investition. Die Philharmonie soll voraussichtlich ab 2032 saniert werden.

Das Konzerthaus könnte dann bis 2040 geschlossen bleiben, das Orchester bräuchte also für mehrere Jahre eine Ausweichspielstätte. Laut Orchester würde sich der frühere Flughafen Tempelhof eignen. Dafür sind rund 350 Millionen Euro veranschlagt. Die Gesamtkosten für das Sanierungsprojekt sind daher in der Studie mit etwa 1,15 Milliarden Euro angesetzt.

Die Sanierung soll mehrere Jahre dauern. Foto: Carsten Koall/dpa
Die Sanierung soll mehrere Jahre dauern.

Die Berliner Philharmoniker sind mit ihrem Chefdirigenten Kirill Petrenko eines der weltweiten Spitzenorchester. Ihr Konzerthaus in der Nähe des Potsdamer Platzes ist eines der bekanntesten Gebäude der Hauptstadt. Die Philharmonie von Architekt Hans Scharoun wurde 1963 eröffnet.

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Brandschutz, Klimatechnik, Kabel

Probleme gibt es etwa beim Brandschutz, Klimatechnik und Kabelanlagen sind veraltet, auch die Sanitäranlagen laufen wegen verstopfter Rohre mitunter über. Der tägliche Veranstaltungsbetrieb könne ohne Sanierung ab spätestens 2032/2033 nicht mehr störungsfrei gewährleistet werden, teilte das Orchester mit Verweis auf die Machbarkeitsstudie mit.

«Was für mich als Geiger meine Geige ist, ist dieser Saal für uns als Orchester - nämlich unser Instrument», sagte Musiker Philipp Bohnen, Medienvorstand der Berliner Philharmoniker. Der Saal «bedeutet uns die Welt». «Die Akustik, die wir hier vorfinden, ist sensationell und einmalig in der Welt.»

Das Orchester will sich trotz Sanierung seinen Klang bewahren. Foto: Carsten Koall/dpa
Das Orchester will sich trotz Sanierung seinen Klang bewahren.

Bei der Finanzierung sind noch Fragen offen. Der Bund sagte über den Hauptstadtfinanzierungsvertrag bis zu 225 Millionen Euro zu. Im Investitionshaushalt des Landes Berlin seien 350 Millionen Euro eingestellt, sagte Zietzschmann. Damit komme man in Richtung 600 Millionen Euro. Damit sei ein sehr guter Anfang gemacht. Sie wünscht sich nun grundsätzlich eine schnelle Entscheidung der nächsten Berliner Landesregierung.