Filmfestspiele

Goldener Löwe in Venedig für dänische Regisseurin

May el-Toukhy erhält für «Woman Unknown» den Hauptpreis des Festivals. Die zweitwichtigste Auszeichnung geht an das südkoreanische Werk «Possible Love», die Gaza-Doku «NAZA» erhält einen Spezialpreis.

Das Filmteam von «Woman Unknown» vor der Premiere. Foto: Alessandra Tarantino/Invision/AP/dpa
Das Filmteam von «Woman Unknown» vor der Premiere.

Venedig (dpa) - Die dänische Regisseurin May el-Toukhy ist für ihren Film «Woman Unknown» mit dem Goldenen Löwen des Filmfestivals Venedig ausgezeichnet worden. Das gab die Jury bekannt. Zudem gewann die Hauptdarstellerin des Films, Mathilde Arcel, den Preis als beste Schauspielerin.

Die zweitwichtigste Auszeichnung der Filmfestspiele, der Große Preis der Jury, ging an «Possible Love» von Lee Chang-dong. Der Dokumentarfilm «NAZA» von Yuval Abraham und Rachel Szor über die israelischen Luftangriffe im Gazastreifen gewann den Spezialpreis der Jury.

Zum achten Mal in der Geschichte gewinnt eine Frau den Löwen

Die 49-jährige May el-Toukhy ist die erst achte Frau, die in der Geschichte der Filmfestspiele den Goldenen Löwen gewonnen hat. Im diesjährigen Wettbewerb waren von 21 Filmen nur zwei von Frauen, was die Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal als strukturelles Problem beschrieben hatte.

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Das Historiendrama «Woman Unknown» erzählt von der jungen Dänin Marie, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg vor der Hochzeit mit ihrem wohlhabenden Arbeitgeber steht. Ihr greifbar naher gesellschaftlicher Aufstieg wird jedoch durch ein Geheimnis bedroht: Während der Besatzungszeit hatte sie eine Affäre mit einem deutschen Soldaten. In der von Rache geprägten Nachkriegszeit setzt sie nun alles aufs Spiel, um ihre mühsam aufgebaute Existenz vor der Entlarvung zu schützen.

John Malkovich als bester Schauspieler geehrt

Der US-Amerikaner John Malkovich wurde als bester Schauspieler für den Film «Wild Horse Nine» ausgezeichnet. Der aus Russland stammende Ilja Chrschanowski, der heute unter anderem in Berlin lebt, bekam für «Dau» den Preis für die beste Regie. Für das beste Drehbuch wurde Regisseur und Drehbuchautor Stéphane Brizé für «Un bon petit soldat» geehrt, gemeinsam mit Coralie Amédéo und Olivier Gorce.

Die 83. Filmfestspiele Venedig, die am 2. September begonnen hatten, zählen neben den Filmfestspielen in Cannes zu den bedeutendsten der Welt.