Schlichtungsversuch

Streik der Hollywood-Schauspieler abgewendet

Hollywoods Drehbuchautoren streiken bereits seit Anfang Mai, die Schauspielerinnen und Schauspieler wollen auch die Arbeit niederlegen. Nun hat man sich jedoch auf einen Schlichtungsversuch geeinigt.

Der «Hollywood»-Schriftzug auf Mount Lee in Los Angeles. Foto: Barbara Munker/dpa
Der «Hollywood»-Schriftzug auf Mount Lee in Los Angeles.

Los Angeles (dpa) - Vor einem möglichen Streik der Schauspielerinnen und Schauspieler in den USA haben sich die Beteiligten auf einen Schlichtungsversuch geeinigt. Auf einen entsprechenden Vorschlag des Verbands der TV- und Filmstudios AMPTP sei die Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA eingegangen, hieß es in einer Mitteilung. Wenn bis zur bereits vorab gesetzten Deadline in der Nacht zum Donnerstag (23.59 Uhr in Los Angeles, 09.00 Uhr MESZ) keine Einigung gefunden werde, sei ein Streik aber nach wie vor angesetzt.

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler verlangen unter anderem bessere Vergütung und die Regelung des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz in der Branche.

«Die Nanny» ist Gewerkschafts-Chefin

Die Gewerkschaft SAG-AFTRA unter dem Vorsitz von Schauspielerin Fran Drescher («Die Nanny») hat mehr als 160.000 Mitglieder, darunter Schauspieler für Film und Fernsehen, Stuntleute, TV-Journalistinnen und Moderatoren. Der Streik beträfe aber nur Schauspieler und Schauspielerinnen für Serien und Filme. Er wäre für sie alle bindend, sie dürften dann nicht vor der Kamera arbeiten.

An einer Urabstimmung am 7. Juni hatten rund 65.000 Mitglieder der Gewerkschaft teilgenommen, 97,9 Prozent sprachen sich für einen Streik aus. Zudem bekundeten Stars wie Meryl Streep, Jennifer Lawrence, Ben Stiller und Pedro Pascal öffentlich ihre Solidarität.

Streik wäre harter Schlag für Unterhaltungsindustrie

Ein Streik wäre ein weiterer harter Schlag für die Unterhaltungsindustrie in den USA, wo bereits seit dem 2. Mai die Drehbuchautoren ihre Arbeit niedergelegt haben. Beide Kreativbranchen leiden darunter, dass zwar mehr Filme und Serien produziert werden, aber die Budgets sinken und bei Serien oft weniger Folgen pro Staffel gedreht werden. Außerdem bringen Wiederholungen bei Streaminganbietern für die Kreativen anders als im Fernsehen geringere und von der Zuschauerzahl unabhängige Tantiemen.

Der Streik der Drehbuchautoren hat schon jetzt Auswirkungen für Zuschauer, so können beispielsweise viele Late-Night-Shows nicht mehr wie sonst ausgestrahlt werden. Nach Einschätzung von US-Medien könnten bei einem Doppelstreik kaum noch Filme und Serien gedreht werden.