Kriminalität

Mexiko: 13 Polizisten und Beamte als Geiseln genommen

Gewalttätiger Protest in Guerrero: Das Verbrechersyndikat Los Ardillos fordert die Freilassung von zwei ihrer Anführer und greift dabei auf drastische Maßnahmen.

Sicherheitskräfte werden auf einer Autobahn in Chilpancingo von Demonstranten mit Steinen beworfen. Foto: Eduardo Guerrero Ramirez/dpa
Sicherheitskräfte werden auf einer Autobahn in Chilpancingo von Demonstranten mit Steinen beworfen.

Chilpancingo (dpa) - Bei einem gewalttätigen Protest im Süden von Mexiko sind 13 Polizisten und Beamte fast einen Tag lang als Geiseln gehalten worden. Nach einer Verhandlung wurden sie schließlich freigelassen, wie die Regierung des Bundesstaates Guerrero mitteilte.

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Hinter dem Protest habe das Verbrechersyndikat Los Ardillos gesteckt, sagte die Ministerin für öffentliche Sicherheit, Rosa Icela Rodríguez. Die Gruppe verlangte die Freilassung von zwei ihrer Anführer, die zuvor mit Munition und Drogen festgenommen worden waren. Beide würden allerdings weiter in Untersuchungshaft bleiben, sagte Rodríguez.

In Guerrero sind zahlreiche kriminelle Organisationen aktiv, die an Drogenhandel, Erpressungen und Entführungen beteiligt sind. Vor knapp neun Jahren wurden in dem Bundesstaat 43 Studenten eines Lehrerseminars von korrupten Polizisten verschleppt und dem Drogenkartell Guerreros Unidos übergeben. Nur Knochenteile von drei der jungen Männer wurden später gefunden und identifiziert. Die Hintergründe sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

Mit gepanzertem Polizeiwagen ins Gelände des Regierungspalastes

Am Montag legten Tausende Bewohner aus verschiedenen Orten in der Region die Hauptstadt von Guerrero, Chilpancingo, lahm. Sie blockierten eine Autobahn, gingen gegen die Sicherheitskräfte mit Gewalt vor und entführten einen gepanzerten Polizeiwagen, mit dem sie in das Gelände des örtlichen Regierungspalastes einbrachen. 300 Beamte waren im Einsatz, vermieden jedoch eine Konfrontation.

Die Regierung ziehe den Dialog vor, werde sich allerdings nicht erpressen lassen, sagte Präsident Andrés Manuel López Obrador am Dienstag bei seiner täglichen Pressekonferenz. Ministerin Rodríguez zufolge wurden Bewohner gezwungen, an den Protesten teilzunehmen. Zwölf Polizisten und Nationalgardisten wurden laut den örtlichen Behörden am Montag bei dem Protest verletzt. Am Dienstag wurde die Autobahn erneut für mehrere Stunden blockiert. Im Gegenzug für die Freilassung der Geiseln wurde laut Medienberichten die Verbesserung der Infrastruktur in der Region vereinbart.