Duisburg

Nach Bluttat in Fitnessstudio: Verdächtiger in U-Haft

Fast eine Woche nach dem blutigen Angriff in einem Duisburger Fitnessstudio ist ein 26-jähriger Verdächtiger in Untersuchungshaft. Zwei Bekannte hätten ihn «100-prozentig wiedererkannt»

Ein Polizist ist nach der Attacke in dem Duisburger Fitnessstudio im Einsatz. Foto: Oliver Berg/dpa
Ein Polizist ist nach der Attacke in dem Duisburger Fitnessstudio im Einsatz.

Duisburg (dpa) - Nach der blutigen Attacke in einem Duisburger Fitnessstudio ist ein 26-jähriger Tatverdächtiger in Untersuchungshaft gekommen. Das entschied ein Haftrichter am Montag, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Mann habe bei der Vorführung von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht und sei anwaltlich vertreten, sagte eine Sprecherin der Behörde.

Der Tatvorwurf lautet auf versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. Bei dem Angriff am Dienstagabend soll der Verdächtige vier Menschen mit einem Messer mit langer Klinge schwer verletzt haben - das jüngste Opfer, ein 21 Jahre alter Mann, schwebte zuletzt noch immer in Lebensgefahr.

Der Verdächtige werde psychiatrisch begutachtet, teilten die Ermittler mit. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft hatte der Syrer im April 2016 einen Asylantrag in Deutschland gestellt. 2018 sei er in zwei Fällen wegen geringfügiger Vermögensdelikte aufgefallen. Beide Verfahren seien aber eingestellt worden. Zum Motiv des Angriffs liefen die Ermittlungen weiter, sagte die Sprecherin.

Fahndung und Festnahme

Spezialeinheiten der Polizei hatten den Tatverdächtigen in der Nacht zum Sonntag nach Hinweisen von zwei Bekannten des Mannes in seiner Duisburger Wohnung in der Nähe des Tatorts festgenommen. Dabei wurden zwei Messer sichergestellt, die nach Einschätzung der Ermittler als Tatwaffe infrage kommen. Eines der Messer - die mögliche Tatwaffe - habe eine 20 Zentimeter lange Klinge, sagte die Staatsanwältin. Zeugen der Tat hätten während der Ermittlungen sogar von einer Machete gesprochen.

Bei den weiteren Ermittlungen würden unter anderem die Messer auf DNA-Spuren der Opfer untersucht, sagte die Staatsanwältin. Außerdem hätten die Ermittler auch Mobiltelefone und Kleidung des Verdächtigen beschlagnahmt. Derzeit würden weitere Zeugen vernommen und am Tatort und in der Wohnung des Tatverdächtigen gesicherte Spuren ausgewertet. Die Spurensicherung in der Wohnung wurde am Montag nach Angaben der Polizei fortgesetzt.

Nach dem Verdächtigen war seit Freitag auch mit Fotos aus Überwachungskameras gefahndet worden. Am Samstagnachmittag hatten die beiden Bekannten sich gemeinsam an die Polizei gewandt und konkrete Hinweise zu dem Tatverdächtigen gegeben. Sie hätten den Mann, seine Kleidung und seinen Rucksack auf den Bildern «100-prozentig erkannt», sagte die Sprecherin.

Die Bilder, die die Polizei veröffentlichte und Zeugen vorlegte, stammten nach ihren Angaben von einem Restaurant, einem Bekleidungsgeschäft und einer Straßenbahnhaltestelle in der Nähe des Tatortes.

Von den vier Opfern der Attacke im Fitnessstudio waren am Wochenende außer dem lebensgefährlich verletzten 21-Jährigen noch zwei 24-Jährige im Krankenhaus, aber nicht in Lebensgefahr. Lediglich ein 32-jähriger Verletzter konnte mittlerweile aus der Klinik entlassen werden. Der 21-Jährige soll von dem Verdächtigen nach bisherigem Ermittlungsstand gezielt angegriffen worden sein. Ob die übrigen Männer Zufallsopfer waren, blieb zunächst unbeantwortet.