Cyberkriminalität

Online-Trading-Betrug: Opfer investieren über eine Million

24 Menschen aus ganz Deutschland sollen Geld in vermeintliche Online-Trading-Plattformen investiert haben. Doch Gewinne wurden nie ausgezahlt. Was die Ermittler einer Frau aus Schweden vorwerfen.

Eine 61-Jährige aus Schweden soll mit ihren Komplizen Menschen aus ganz Deutschland dazu verleitet haben, mehr als eine Million Euro in vermeintliche Finanzprodukte online zu investieren. (Symbolfoto) Foto: Philip Dulian/dpa
Eine 61-Jährige aus Schweden soll mit ihren Komplizen Menschen aus ganz Deutschland dazu verleitet haben, mehr als eine Million Euro in vermeintliche Finanzprodukte online zu investieren. (Symbolfoto)

Stuttgart/Karlsruhe (dpa) - Eine Bande soll Menschen in ganz Deutschland dazu verleitet haben, mehr als eine Million Euro in vermeintliche Finanzprodukte online zu investieren: Das Cybercrime-Zentrum Baden-Württemberg hat Anklage gegen ein mutmaßliches Mitglied der Bande, eine 61-Jährige aus Schweden, erhoben, wie die Behörde mitteilte. Der Vorwurf lautet Beihilfe zum banden- und gewerbsmäßigen Betrug in fünf Fällen. Die 24 Opfer stammen demnach aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Schleswig-Holstein.

Laut der Mitteilung besteht der Verdacht, dass sich mehrere Menschen spätestens im Jahr 2018 zusammengeschlossen haben, um gemeinsam Online-Trading-Betrugstaten zu begehen. Dazu seien professionell gestaltete Internetplattformen betrieben worden, auf denen vermeintliche Investitionsmöglichkeiten in Finanzprodukte und Derivate angeboten worden seien.

Geschädigte zahlten ein, aber bekamen nichts ausgezahlt

Zur weiteren Täuschung der Menschen, die Geld investierten, wurde demnach fiktiver Handel simuliert und vermeintliche Gewinne in den Nutzerkonten angezeigt. Auszahlungen habe es allerdings keine gegeben. Die Bande habe das Geld stattdessen für sich vereinnahmt, hieß es weiter. Insgesamt seien 1,17 Millionen Euro eingezahlt worden. 

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Zur Abwicklung der Geldflüsse seien eine Vielzahl von Firmenkonten im In- und Ausland eingerichtet worden. Bei der Einrichtung der Firmenstrukturen und Konten soll die Frau aus Schweden die Bande «maßgeblich unterstützt» haben, wie das Cybercrime-Zentrum mitteilte. Sie soll dabei unter anderem von 2021 bis 2023 als formelle Geschäftsführerin oder Verfügungsberechtigte aufgetreten sein. Für ihre Tätigkeit soll sie über Jahre Zahlungen in Höhe von rund 100.000 Euro erhalten haben, hieß es weiter.

Die Frau wurde laut der Mitteilung im März aus Schweden nach Deutschland ausgeliefert. Sie befindet sich demnach seitdem in Untersuchungshaft. Das Landgericht Mannheim muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden. Zur Staatsangehörigkeit der Verdächtigen äußerte sich die Behörde zunächst nicht.