Bildung

Ifo-Umfrage: Schlechtere Noten für die Schule

Mit der Qualität der Schulen in Deutschland sind einer aktuellen Umfrage zufolge immer weniger Bürger zufrieden. Vor allem den Lehrermangel sieht eine Mehrheit als großes Problem.

Die Qualität der Schulen in Deutschland lässt immer mehr zu wünschen übrig - das zumindest ist Ergebnis einer Umfrage des Ifo-Instituts. Foto: Marcel Kusch/dpa
Die Qualität der Schulen in Deutschland lässt immer mehr zu wünschen übrig - das zumindest ist Ergebnis einer Umfrage des Ifo-Instituts.

München (dpa) - Die Qualität der Schulen in Deutschland hat nach Einschätzung der vom Ifo-Institut befragten Bürger deutlich nachgelassen. Nur noch 27 Prozent der Befragten bewerteten die Schulen in ihrem Bundesland mit gut oder sehr gut - nach 38 Prozent im Jahr 2014. Damit sei «die Zufriedenheit der Deutschen mit dem Schulsystem auf einem Tiefstand» angekommen, schreiben die Studienautoren. «Das sind alarmierende Befunde», sagte Professor Ludger Wößmann, Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, am Mittwoch in München.

Eine große Mehrheit von 68 Prozent der Befragten befürwortet deutschlandweit einheitliche Vergleichstests in Mathematik und Deutsch, sogar 86 Prozent sind für bundesweit einheitliche Abiturprüfungen. Drei Viertel der Befragten lehnen die Abschaffung von Schulnoten ab und sind dafür, dass Schüler und Schülerinnen mit schlechten Leistungen die Klasse wiederholen sollten.

Bei der repräsentativen Umfrage mit über 5500 Erwachsenen sagten 79 Prozent, die Qualität der Schulbildung habe sich in der Corona-Pandemie verschlechtert. Für ein ernsthaftes Problem halten 77 Prozent den Lehrermangel. Helfen würde die Nachqualifizierung von Lehrkräften für den Unterricht in Mangelfächern (79 Prozent) und der Einsatz von Quereinsteigern in Mangelfächern (64 Prozent). Eine Vergrößerung von Klassen dagegen lehnen 81 Prozent der Befragten ab.

Zwei Drittel der Befragten sehen zudem fehlendes Geld für die Schulen sowie «die Trägheit des Systems» als ernste Probleme. Und sogar «74 Prozent denken, dass der Staat mehr für Bildung ausgeben sollte», sagte Wößmann. Ebenfalls drei Viertel der Befragten geben an, dass Schul- und Bildungspolitik ein wichtiges Thema für ihre persönliche Wahlentscheidung bei Landtagswahlen sei.