Mobilität

Kretschmann: Viele Grüne pflegen beim Auto «altes Feindbild»

Ein Kulturkampf gegen das Auto sei schädlich, sagt Baden-Württembergs Ministerpräsident. Und ruft seine Partei zum Umdenken auf.

Winfried Kretschmann sitzt in einem Mercedes EQC. Foto: Carsten Koall/dpa
Winfried Kretschmann sitzt in einem Mercedes EQC.

Stuttgart (dpa) - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat seine Partei für einen «Kulturkampf gegen das Auto» kritisiert. «Das Auto war bei den Grünen noch nie sehr beliebt, weil es CO2 emittiert, Straßen benötigt und die Natur beeinträchtigt», sagte Kretschmann der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

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Mittlerweile gebe es aber Elektroautos, die kein CO2 ausstoßen. Auf diese Entwicklung müsse man reagieren. «Stattdessen pflegen auch viele Grüne weiter ihr altes Feindbild», sagte Kretschmann.

In Parteitagsreden werde dann zum Fahrradfahren aufgerufen und zum Bau von Schienen. «Aber damit kann man das Klimaproblem des Individualverkehrs ja nicht lösen, das wird die Menschheit nun mal nicht machen», sagte Kretschmann in dem Interview. Die Chinesen würden nicht wieder auf das Fahrrad umsteigen. «Nein, die bauen Elektroautos und greifen uns damit an.»

Natürlich seien auch andere Verkehrsträger als Autos gefragt. Gerade in ländlichen Gegenden könne man das Auto aber nicht komplett durch den öffentlichen Nahverkehr ersetzen. «Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Deshalb muss man keinen Kulturkampf gegen das Auto führen, das ist schädlich.» Vernünftiger sei es, den Leuten zu sagen: «Kauft euch bitte ein Elektroauto.»