Krieg in Nahost

Armee: Israelische Soldatin im Gazastreifen befreit

Terroristen verschleppen mehr als 230 Menschen in den Gazastreifen - darunter Kinder und Frauen. Eine Soldatin ist nun gerettet worden. Angehöriger deutscher Geiseln appellieren an die Bundesregierung.

Israelische Soldaten patrouillieren am 20. Oktober im Süden Israels nahe der Grenze zum Gazastreifen. Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
Israelische Soldaten patrouillieren am 20. Oktober im Süden Israels nahe der Grenze zum Gazastreifen.

Tel Aviv (dpa) - Eine israelische Soldatin ist nach Militärangaben bei den Bodeneinsätzen im Gazastreifen befreit worden.

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Die am 7. Oktober von der Hamas entführte Frau sei in gutem Zustand und habe ihre Familie bereits getroffen, teilte die Armee in einem X-Post mit. Demnach war die Befreiung in der Nacht. Auf einem vom Militär verbreiteten Bild war sie in den Armen ihrer Familie zu sehen.

Israels Armee hatte am Wochenende eine neue Phase im Krieg gegen die im Gazastreifen herrschende Hamas eingeläutet. Neben massiven Luftangriffen weiteten die israelischen Truppen auch am Boden die Einsätze aus. Medienberichten zufolge sollen sie etwa drei Kilometer in den Gazastreifen vorgestoßen sein.

Mindestens 239 Menschen verschleppt

Terroristen der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am 7. Oktober in Israel ein Massaker unter Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Mindestens 239 weitere wurden laut israelischer Armee in den Gazastreifen verschleppt, darunter sind auch mehrere Deutsche. Die Armee geht eigenen Angaben zufolge davon aus, dass die meisten der Geiseln noch am Leben sind.

Unter den Entführten sind dem Militär zufolge mehr als 20 Kinder und Jugendliche. 40 weitere Menschen gelten seit den Terroranschlägen noch als vermisst. Wegen des schlimmen Zustands vieler Leichen ist auch die Identifikation noch nicht abgeschlossen. Unter den Getöteten und Vermissten sind nach israelischen Angaben Bürger von mehr als 40 Ländern.

Angehörige von deutschen Geiseln: «Die Uhr tickt»

Angehörige deutscher Geiseln haben an die Bundesregierung appelliert, noch mehr für deren Freilassung aus der Gefangenschaft im Gazastreifen zu tun.

Liri Romann, Bruder der entführten 36-jährigen Deutschen Yarden Romann, sagte dem «Tagesspiegel» nach der Nachricht vom Tod der Deutsch-Israelin Shani Louk: «Das zeigt uns allen, dass wir nur wenig Zeit haben, um all die anderen lebend zu befreien.» Seine Familie sei mit mehreren deutschen Regierungsvertretern in Kontakt gewesen und mit viel Mitgefühl behandelt worden.

Nach vielen «herzlichen Worten» müssten nun Taten folgen. «Es ist jetzt Zeit für die deutsche Regierung, mit allen möglichen Druckmitteln von der Hamas zu fordern, dass sie alle deutschen Staatsangehörigen sofort freilässt», sagte Romann.

Auch Shaked Haran, die ihren Vater verloren hat und deren Mutter, die deutsche Staatsangehörige Shoshan Haran, sowie weitere Verwandte verschleppt wurden, sagte der Zeitung, Shani Louks Tod müsse «allen vor Augen führen, dass die Uhr tickt». Weiter sagte sie: «Die deutsche Regierung muss alle verfügbaren Kanäle nutzen, um sicherzustellen, dass die deutschen Geiseln und ihre Angehörigen freigelassen werden.»