US-Ölembargo

Energiekrise auf Kuba: Auch russische Airlines stoppen Flüge

Das US-Ölembargo verschärft die Wirtschaftskrise in dem sozialistischen Karibikstaat. Sparmaßnahmen und Einschränkungen treffen Einwohner und Touristen.

Wegen der Energiekrise müssen die Kubaner seit Jahren täglich stundenlang ohne Elektrizität auskommen. (Archivbild) Foto: Ramon Espinosa/AP/dpa
Wegen der Energiekrise müssen die Kubaner seit Jahren täglich stundenlang ohne Elektrizität auskommen. (Archivbild)

Havanna/Moskau (dpa) - Wegen des Treibstoffmangels auf Kuba stellen nun auch russische Fluggesellschaften ihre Flüge in den Karibikstaat ein. Wie die Airlines Rossiya und Nordwind mitteilten, werden Reisende nur noch aus ihren kubanischen Urlaubszielen nach Russland zurückgeflogen. Zuvor hatten bereits andere internationale Airlines ihre Verbindungen nach Kuba ausgesetzt oder angepasst. Der sozialistische Inselstaat erhält wegen des Drucks aus den USA seit mehr als einem Monat keine Öllieferungen mehr aus dem Ausland. Moskau ist einer der engsten Verbündeten Kubas. 

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Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass stehen das russische Verkehrsministerium und die Flugaufsichtsbehörde wegen des Flugstopps in Kontakt zu Kuba. Moskau und Havanna «sind auf der Suche nach alternativen Möglichkeiten zur Wiederaufnahme des Flugprogramms in beide Richtungen im Interesse der Bürger beider Länder», heißt es in einer Stellungnahme der russischen Behörden. Im Jahr 2025 besuchten mehr als 130.000 Russen Kuba. Damit waren sie nach Kanadiern und im Ausland lebenden Kubanern, die ihre Angehörigen besuchen, die drittgrößte Besuchergruppe auf der Insel.

Unter US-Präsident Trump hat sich die Lage verschärft

Die Insel steckt schon seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise mit stundenlangen Stromausfällen und Mangelwirtschaft. Seit der Revolution 1959 unter Fidel Castro haben Washington und Havanna angespannte Beziehungen. Im Dezember 2025 ordnete US-Präsident Donald Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen aus Venezuela an. Dann drohte er mit Zöllen gegen Kubas Öllieferanten. 

Angesichts der jüngsten Krise hat die kubanische Regierung drastische Sparmaßnahmen beschlossen. Busse und Züge fahren seltener, in der öffentlichen Verwaltung wurde eine Vier-Tage-Woche eingeführt. Der Schul- und Universitätsunterricht wurde stark eingeschränkt, einige Hotels wurden geschlossen. Die Insel kann nur ein Drittel ihres Gesamtbedarfs an Treibstoff selbst produzieren. Kubas Regierung geht davon aus, dass Flugzeuge mindestens einen Monat lang nicht auf der Insel tanken können.