Großbritannien

London: Andy Burnham neuer Vorsitzender der Labour-Partei

Andy Burnham übernimmt den Vorsitz der Labour-Partei und soll als neuer Premierminister Großbritannien aus der Krise führen. Er verspricht, vieles anders zu machen.

Andy Burnham ist neuer Labour-Chef. (Archivbild) Foto: Ian Hodgson/AP/dpa
Andy Burnham ist neuer Labour-Chef. (Archivbild)

London (dpa) - Andy Burnham ist zum neuen Vorsitzenden der britischen Regierungspartei Labour ernannt worden. Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester, der am Montag neuer Premierminister werden soll, tritt die Nachfolge von Keir Starmer an, der im Juni seinen Rücktritt erklärt hatte. Burnham war der einzige Kandidat - und ist der große Hoffnungsträger der Partei, die tiefe Regierungskrise zu beenden.

Er werde eine Regierung bilden, die «den Mut hat, die großen Dinge in Ordnung zu bringen, die die Politik vernachlässigt hat», wurde Burnham im vorab kommunizierten Redemanuskript zitiert. Labour müsse den Menschen in ganz Großbritannien «die Hoffnung geben, dass wir dieses Land zum Besten machen werden, das es sein kann».

Die Ernennung zum Premier erfolgt am Montag durch König Charles III., der Burnham offiziell mit der Regierungsbildung beauftragen wird. Dann werden auch die Ministerposten vergeben. Burnham wird der siebte Regierungschef binnen zehn Jahren. Sein Vorgänger Starmer war gut zwei Jahre nach seinem großen Wahlsieg mit Labour im Sommer 2024 dramatisch gescheitert.

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Burnham verspricht, der Premier für alle Briten zu sein. (Archivbild) Foto: Jon Super/AP/dpa
Burnham verspricht, der Premier für alle Briten zu sein. (Archivbild)

Zurück zu den Labour-Wurzeln

Großbritannien habe in den 1980er Jahren «eine Reihe falscher Abzweigungen genommen», als die politische Macht zentralisiert und die wirtschaftliche Macht privatisiert worden sei, wurde Burnham zitiert. Er werde einen neuen Weg einschlagen, der ein anderer sein werde als der in den vergangenen 40 Jahren. Er werde die sozialdemokratische Partei zu ihren Wurzeln führen.

Burnham verspreche, dass die Partei unter seiner Führung «unverhohlen Labour in unseren Prioritäten und in den von uns getroffenen Entscheidungen sein wird, indem wir Menschen und Orte in den Mittelpunkt von allem stellen, was wir tun». Unter dem Kostendruck der Kriege in der Ukraine und in Nahost sowie unter dem Druck der Rechtspopulisten hatte Starmer etliche Entscheidungen getroffen, die dem eigentlich sozialen Labour-Kern widersprachen.

Keir Starmer war an etlichen Krisen gescheitert. Foto: Yui Mok/PA Wire/dpa
Keir Starmer war an etlichen Krisen gescheitert.

Mitentscheidend für das Scheitern der Starmer-Regierung war die dramatische Niederlage bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai zugunsten der rechtspopulistischen Partei Reform UK, die in Umfragen landesweit teils deutlich führt. Burnham soll nun für Labour die Wende herbeiführen. Der frühere Minister, der bereits von 2001 bis 2017 im Parlament gesessen hatte, gilt als charismatischer als sein Vorgänger.

Ein Premierminister für alle

Er werde dafür sorgen, dass Labour unter seiner Führung geeinter sein, sich auf praktische Lösungen statt auf interne Spaltungen konzentrieren und offener für die Zusammenarbeit mit anderen Parteien sein werde, wurde Burnham zitiert. Er werde sich verpflichten, ein Premier «für den Norden und den Süden, für Schottland, für Wales und für Nordirland sowie für jede Kleinstadt und jede Großstadt in jeder Nation und Region dieses großen Landes» zu sein.