Politische Gefangene

Machado: Politiker in Venezuela nach Freilassung entführt

Entführung oder wieder Festnahme wegen Verstoßes gegen Auflagen? Rätsel umgeben das Schicksal von Juan Pablo Guanipa, einem Mitstreiter von Venezuelas Friedensnobelpreisträgerin Machado.

Juan Pablo Guanipa soll kurz nach seiner Freilassung entführt worden sein Foto: Cristian Hernandez/AP/dpa
Juan Pablo Guanipa soll kurz nach seiner Freilassung entführt worden sein

Caracas (dpa) - In Venezuela soll der prominente Oppositionspolitiker Juan Pablo Guanipa wenige Stunden nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis verschleppt worden sein. Das teilte Oppositionsführerin María Corina Machado, die Ende vergangenen Jahres den Friedensnobelpreis erhalten hatte, auf der Plattform X mit. «Vor wenigen Minuten wurde Juan Pablo Guanipa in der Siedlung Los Chorros in Caracas entführt», schrieb sie. 

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Schwer bewaffnete Männer in Zivilkleidung seien in vier Fahrzeugen gekommen und hätten ihn gewaltsam mitgenommen. «Wir fordern seine sofortige Freilassung», erklärte Machado. Die venezolanische Staatsanwaltschaft ihrerseits teilte mit, sie habe die Festnahme Guanipas beantragt, da er gegen Auflagen verstoßen habe. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. 

Guanipa, der Vorsitzende der Partei «Primero Justicia», war im Mai 2025 festgenommen worden. Die Regierung des damals noch amtierenden autoritären Staatschefs Nicolás Maduro warf ihm vor, Terroranschläge geplant zu haben, um die Parlaments- und Regionalwahlen zu stören. 

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Foro Penal gibt es in dem südamerikanischen Land rund 800 politische Häftlinge. Viele waren bei den Protesten gegen die von Betrugsvorwürfen überschatteten Wiederwahl Maduros 2024 festgenommen worden. 

Wenige Tage nach der Intervention der USA und der Festnahme Maduros Anfang Januar kündigte die Regierung der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez die Freilassung einer großen Zahl venezolanischer und ausländischer Gefangener an.