Nach tödlichen ICE-Einsätzen

Nach Tod von Migranten in USA: Mexiko kündigt Klagen an

Insgesamt 17 Mexikaner sind bei Einsätzen der US-Einwanderungsbehörde oder in deren Haftzentren ums Leben gekommen. Mexiko plant nun rechtliche Schritte in den USA.

Mexikos Außenminister Roberto Velasco sagt, man werde nun auch juristisch auf die Vorfälle reagieren. (Archivbild) Foto: Michael Kappeler/dpa
Mexikos Außenminister Roberto Velasco sagt, man werde nun auch juristisch auf die Vorfälle reagieren. (Archivbild)

Mexiko-Stadt (dpa) - Nach dem Tod mehrerer Mexikaner bei Einsätzen der US-Migrationsbehörde ICE will Mexiko rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen in den USA einleiten. Wie Außenminister Roberto Velasco mitteilte, sind bisher drei mexikanische Migranten bei Abschieberazzien und 14 weitere in Migrations-Haftzentren ums Leben gekommen.

Velasco sprach von einer «schmerzhaften Tragödie», auf die man auf Anweisung der Präsidentin Claudia Sheinbaum nicht mehr nur diplomatisch, sondern auch juristisch vor den Staatsanwaltschaften der betroffenen Bundesstaaten sowie gegenüber dem US-Justizministerium reagieren werde. Neben der Erstattung von strafrechtlichen Anzeigen plant Mexiko die privaten Unternehmen zivilrechtlich zu verklagen, die die Haftzentren von ICE betreiben.

Velasco: Jüngster Vorfall muss gründlich untersucht werden

Zuletzt war der Mexikaner Lorenzo Salgado Araujo am 7. Juli bei einem Einsatz der Einwanderungsbehörde in Houston erschossen worden. «Dieser Vorfall muss mit äußerster Ernsthaftigkeit untersucht werden», forderte Velasco. 

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Nach Darstellung des Heimatschutzministeriums hatte sich Salgado den Anweisungen der Beamten widersetzt, mit seinem Auto ein Einsatzfahrzeug gerammt und anschließend versucht, einen Beamten mit seinem Fahrzeug zu erfassen. Daraufhin habe ein ICE-Beamter geschossen. Familie, Bürgerrechtsorganisationen und demokratische Politiker verlangen eine unabhängige Untersuchung des Einsatzes.