USA

Trumps Stabschefin Wiles verlässt das Weiße Haus

Nach der Klatsche für die Republikaner bei den Midterms gibt es eine erste personelle Konsequenz. Eine wichtige Strippenzieherin aus Trumps engstem Machtzirkel geht.

Trumps Stabschefin Susie Wiles geht. (Archivbild) Foto: Evan Vucci/AP/dpa
Trumps Stabschefin Susie Wiles geht. (Archivbild)

Washington (dpa) - Wenige Tage nach dem verheerenden Wahldebakel der Republikaner baut US-Präsident Donald Trump seinen engsten Machtzirkel im Weißen Haus um. Stabschefin Susie Wiles, die auch Trumps Präsidentschaftswahlkampf geleitet hatte, gibt den Posten ab, wie Trump auf der Plattform Truth Social mitteilte. Auf die Stelle setzt er ab Montag den bisherigen Vizestabschef Stephen Miller, der mit hinter der aggressiven Migrationspolitik des Präsidenten steht.

Bei den Kongresswahlen hatten die Republikaner ihre Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus an die Demokraten verloren. Das ist ein verheerendes Ergebnis für Trump, der die Wahlen zu einer Abstimmung über seine Politik gemacht hatte. Seither laufen Positionskämpfe in der Republikanischen Partei um die künftige Ausrichtung. Zudem gingen Spekulationen los, ob Trump sein Kabinett und seinen Machtzirkel umbauen wird.

Wiles ist nun offensichtlich der erste Fall. Sie soll allerdings im politischen Umfeld Trumps bleiben. Wiles habe bereits am Donnerstagabend ihren Rücktritt eingereicht, berichtete der US-Sender CBS News unter Berufung auf einen Insider.

Immer top informiert mit dem WNOZ-WhatsApp-Kanal!

Breaking News, spannende Hintergründe und Newsletter: Mit unserem WhatsApp-Kanal bleiben Sie stets über Weinheim, den Odenwald und die Metropolregion informiert.

Impressum

Miller fiel vor allem durch aggressive Rhetorik auf. (Archivfoto) Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Miller fiel vor allem durch aggressive Rhetorik auf. (Archivfoto)

Der 41-jährige Miller ist für seine Hardliner-Positionen bekannt. Er ist einer der wenigen Berater Trumps, der die erste Amtszeit komplett überstanden hat. Die Jahre der Präsidentschaft von Joe Biden nutzte Miller, um die Grundlage für Trumps neuen Anlauf zu legen. Er schrieb als einer der ganz engen Vertrauten Trumps viele seiner Reden und gilt als intellektuelle Wurzel von dessen Politik. In Trumps zweiter Amtszeit fiel Miller vor allem mit umstrittenen Aussagen zu Migration und Geburtsrecht auf.

Für was Wiles stand

Als Stabschefin war Wiles verantwortlich dafür, den Regierungsalltag des Präsidenten zu organisieren. Die 69-jährige politische Strategin gilt als extrem loyal und diskret. Wiles war die erste Frau auf dem Posten und war zuvor unter anderem Trumps Wahlkampfmanagerin.

Im Frühjahr war bekanntgeworden, dass Wiles an Brustkrebs erkrankt war. «Susie ist als eine meiner engsten und wichtigsten Beraterinnen eine starke Persönlichkeit und zutiefst dem Dienst am amerikanischen Volk verpflichtet», schrieb Trump damals. Im September gab Wiles bekannt, den Kampf gegen die Krankheit gewonnen zu haben.

In den Fokus der Öffentlichkeit geriet Wiles im Dezember vergangenen Jahres wegen eines Artikels der «Vanity Fair». Wiles hatte darin überraschend unverblümt und auch harsch über ihren Chef geurteilt. Trump habe die «Persönlichkeit eines Alkoholikers», sagte sie beispielsweise. Das Magazin zitierte an dieser Stelle nicht den kompletten Satz aus dem Gespräch. Wiles warf dem Magazin später vor, Aussagen aus dem Kontext gerissen zu haben.