Gewalt

Vor Wahl: Weiterer Lokalpolitiker in Ecuador getötet

Vergangene Woche war Oppositionskandidat Villavicencio in Quito erschossen worden. Nun wurde ein weiterer Politiker getötet. Eine Präsidentschaftskandidatin spricht von Ecuadors «blutigster Epoche seiner Geschichte».

Ein Junge schaut hinter den Gitterstäben eines geöffneten Elektronikgeschäfts hervor, während ein Soldat an einem von der Armee eingerichteten Sicherheitskontrollpunkt Wache steht. Foto: Martin Mejia/AP/dpa
Ein Junge schaut hinter den Gitterstäben eines geöffneten Elektronikgeschäfts hervor, während ein Soldat an einem von der Armee eingerichteten Sicherheitskontrollpunkt Wache steht.

Esmeraldas (dpa) - Kurz vor der Präsidentenwahl in Ecuador ist ein weiterer Lokalpolitiker im Nordwesten des Landes getötet worden. Pedro Briones von der Partei Revolución Ciudadana (Bürgerrevolution) von Ex-Präsident Rafael Correa wurde in Esmeraldas an der Pazifikküste erschossen.

«Ecuador erlebt die blutigste Epoche seiner Geschichte. Die unfähige Regierung hat aufgegeben, und der Staat ist von der Mafia übernommen worden», schrieb die Präsidentschaftskandidatin der Revolución Ciudadana, Luisa González, auf der Online-Plattform X, die früher Twitter hieß. «Meine Solidarität gilt der Familie des Genossen Pedro Briones, der der Gewalt zum Opfer gefallen ist. Ein Wandel ist dringend notwendig.»

Am Mittwoch vergangener Woche war der Oppositionskandidat Fernando Villavicencio nach einer Wahlkampfveranstaltung in der Hauptstadt Quito erschossen worden. Die Regierung machte das organisierte Verbrechen für die Tat verantwortlich.

Transitland für Kokain

Ecuador dient als Transitland für Kokain, mehrere Verbrechersyndikate kämpfen um die Kontrolle der Schmuggelrouten. Villavicencio hatte angekündigt, hart gegen Korruption und Kriminalität durchzugreifen.

In den vergangenen Wochen wurden zudem der Bürgermeister der Hafenstadt Manta und ein Bewerber um einen Sitz in der Nationalversammlung in Esmeraldas erschossen.

Am Sonntag wählen die Ecuadorianer einen neuen Staatschef. Die vorgezogenen Präsidenten- und Parlamentswahlen waren notwendig geworden, weil der konservative Staatschef Guillermo Lasso inmitten eines Amtsenthebungsverfahrens wegen mutmaßlicher Unterschlagung gegen ihn die Nationalversammlung aufgelöst hatte.