Vor dem Endspiel

Das war die WM-Nacht: Dankert beim Finale, Milei verzichtet

Der deutsche Schiedsrichter Bastian Dankert ist als Video-Assistent im WM-Finale im Einsatz. Die Debatte um die politische Provokation von Argentiniens Spielern geht derweil weiter.

Bastian Dankert darf sich über einen Finaleinsatz freuen. (Archivbild) Foto: David Inderlied/dpa
Bastian Dankert darf sich über einen Finaleinsatz freuen. (Archivbild)

East Rutherford (dpa) - Beim WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien ist zumindest doch noch ein Deutscher dabei. Der Fußball-Weltverband FIFA nominierte Bastian Dankert als Video-Assistenten für das Endspiel am Sonntag in East Rutherford (21.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV). Der 46-Jährige wird den Slowenen Slavko Vincic unterstützen, der sein erstes WM-Finale als Schiedsrichter leiten wird.

Argentiniens Präsident Javier Milei verzichtet hingegen auf einen Besuch des Endspiels. Die Debatte um die politische Provokation der argentinischen Spieler im Halbfinale gegen England geht unterdessen weiter. Das war das Wichtigste der WM-Nacht: 

Falklandinseln: FIFA soll argentinisches Banner ahnden

Die Regierung der Falklandinseln hat die FIFA nach der politischen Provokation durch argentinische Spieler im WM-Halbfinale zum Handeln aufgerufen. «Wir hoffen, dass die FIFA ihr Versprechen einlöst, die Politik aus dem Sport herauszuhalten, und jegliches Verhalten dieser Art gemäß ihrer eigenen Regeln ahndet», hieß es in einer Mitteilung.

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Argentinische Spieler hatten nach dem 2:1 gegen England in Atlanta auf dem Platz ein Banner mit der Aufschrift «Las Malvinas son Argentinas» («Die Falklandinseln sind argentinisch») gezeigt. Das Parlament der Inselgruppe im Südatlantik schrieb zudem einen öffentlichen Brief an das Disziplinarkomitee der FIFA. Zuvor hatte bereits die britische Regierung vom Weltverband eine Untersuchung verlangt.

Argentiniens Spieler sorgen mit einem Transparent für Aufsehen. Foto: Nick Potts/PA Wire/dpa
Argentiniens Spieler sorgen mit einem Transparent für Aufsehen.

Die FIFA verbietet Spielern und Offiziellen rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Deshalb droht dem argentinischen Team nun Ärger. Der Weltverband teilte mit, dass die Disziplinarkommission den Spielbericht prüfen werde. Großbritannien und Argentinien hatten im Falkland-Krieg 1982 einen bewaffneten Konflikt mit Hunderten Toten über die Kontrolle der Inselgruppe ausgetragen.

Argentiniens Präsident reist nicht zum Finale - aus Aberglauben

Argentiniens Präsident Javier Milei wird das WM-Finale gegen Spanien aus Aberglauben nicht im Stadion verfolgen. «Nein, auf keinen Fall», antwortete Milei beim Radiosender «El Observador» auf die Frage, ob er am Sonntag zum Endspiel in die USA reisen werde. 

Der Präsident erklärte, er werde das Spiel in East Rutherford wie die bisherigen Partien der argentinischen Nationalmannschaft von seinem Amtssitz Quinta de Olivos in der Provinz Buenos Aires aus verfolgen. 

Zu seiner Glücksroutine gehört auch, bei den Spielen stets dieselbe Jacke zu tragen. Während des Achtelfinals gegen die Schweiz (3:1 nach Verlängerung) habe er sie kurz ausgezogen. «Ich zog sie aus und wir kassierten ein Tor. Ich zog sie wieder an und habe sie seitdem nicht mehr ausgezogen», sagte Milei.

Argentiniens Präsident verzichtet auf einen Finalbesuch - aus Aberglauben. (Archivbild) Foto: Kena Betancur/AP/dpa
Argentiniens Präsident verzichtet auf einen Finalbesuch - aus Aberglauben. (Archivbild)

Kane nach Scheitern: Gefühl der Leere im Magen

Stürmerstar Harry Kane hat sich nach dem geplatzten Traum vom WM-Titel mit bewegenden Worten an die England-Fans gewandt. «Keine Worte sind im Moment stark genug, um dieses Gefühl der Leere im Magen zu überwinden», schrieb der 32 Jahre alte Profi des FC Bayern bei X. Er wisse um die berechtigten hohen Erwartungen, «wir klopfen nun schon seit acht Jahren an die Tür, aber wieder fehlt uns das letzte Puzzlestück!»

Durch das 1:2 gegen Argentinien verpassten die Engländer den erhofften zweiten WM-Titel nach 1966. Wie 2018 scheiterten sie im Halbfinale, 2022 war im Viertelfinale Endstation.

Harry Kane trauert über das Scheitern im Halbfinale. Foto: Tom Weller/dpa
Harry Kane trauert über das Scheitern im Halbfinale.