Fußball-WM

Das war die WM-Nacht: Kane verteidigt Tuchel, Hass im Netz

Rund ums englische Team geht die Debatte um die Kritik von Thomas Tuchel am Spiel seines Teams weiter. Dazu geht es vor den WM-Halbfinals um Rassismus und Hass-Nachrichten im Internet.

Harry Kane (r) springt Thomas Tuchel bei. Foto: Martin Rickett/PA Wire/dpa
Harry Kane (r) springt Thomas Tuchel bei.

Miami (dpa) - Vor den Halbfinals bei der Fußball-Weltmeisterschaft stehen Debatten abseits des Platzes im Fokus. Im englischen Team verteidigt Bayern-Star Harry Kane seinen Trainer Thomas Tuchel nach dessen indirektem Wortduell mit Jude Bellingham. Rund um das erste Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien am Dienstag (21.00 Uhr) sorgt eine rassistische Aussage für Empörung. Das war das Wichtigste der WM-Nacht: 

Kane unterstützt Tuchel: Versucht, das Beste aus uns herauszuholen

Nach dem 2:1 nach Verlängerung im WM-Viertelfinale gegen Norwegen hatte Englands Coach Tuchel gesagt, seine Mannschaft habe Glück gehabt, sei nachlässig gewesen und habe viele technische Fehler gemacht. Dies konterte Doppeltorschütze Bellingham mit der Aussage, dass man nicht jedes Spiel mit 1.000 Pässen, sondern auch mal schmutzig gewinnen müsse. 

«Er versucht, das Beste aus uns herauszuholen und wir wissen, dass wir noch ein Level besser spielen können», meldete sich nun Kane als Kapitän zu Wort. «Wir haben das gegen Norwegen nur in Ansätzen gezeigt.» Kane äußerte Verständnis für Tuchels Ansprüche.

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Im Halbfinale trifft England am Mittwoch (21.00 Uhr) in Atlanta auf Argentinien. «Wir spielen gegen eines der besten Teams der Welt. Das Gute ist doch, dass wir in einem Halbfinale stehen und immer noch das Gefühl haben, wir können es noch besser», sagte Kane.

«Von unerträglichem Rassismus»: Spaniens Ex-Premier in Kritik

Der frühere spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat mit einer rassistischen Äußerung vor dem WM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich für Empörung gesorgt. Der frühere Politiker der konservativen Volkspartei schrieb in einem Beitrag für «El Debate», dass Frankreich über einen Kader auf höchstem Niveau verfüge. Allerdings stünden keine Franzosen in dem Fußball-Team.

Rajoys Beitrag stieß sowohl in Frankreich als auch in Spanien vor der Partie am Dienstag (21.00 Uhr) in Dallas auf scharfe Ablehnung. «Mariano Rajoys Äußerungen über die französische Nationalmannschaft zeugen von unerträglichem Rassismus», schrieb Frankreichs Fußballverbandspräsident Philippe Diallo bei X. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez bezeichnete die Aussage als «absolut inakzeptabel». 

Der aktuelle spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez betonte, dass die bessere Mannschaft gewinnen und der Rassismus verlieren möge.

Mariano Rajoy erhält kräftig Widerspruch. (Archivbild) Foto: Francisco Seco/AP/dpa
Mariano Rajoy erhält kräftig Widerspruch. (Archivbild)

Norwegens Stürmer im Internet beleidigt

Stürmer Alexander Sörloth ist nach Norwegens Aus bei der Fußball-WM in den sozialen Medien massiv beleidigt worden. Seine Partnerin Lena Selnes veröffentlichte diverse Kommentare, die sie über Instagram erreicht haben. Darin sind Morddrohungen und Aufrufe zum Selbstmord zu lesen. 

Die Norweger hatten im Viertelfinale gegen England in Miami am Samstag unglücklich mit 1:2 nach Verlängerung verloren. Sörloth vergab in der ersten Halbzeit beim Stand von 1:0 für die Skandinavier eine gute Gelegenheit.

Alexander Sörloth (r) sieht sich Hass-Nachrichten ausgesetzt. Foto: Julio Cortez/AP/dpa
Alexander Sörloth (r) sieht sich Hass-Nachrichten ausgesetzt.

BVB-Chef: Ruck durch Klopp über den Fußball hinaus

Aus Sicht von Borussia Dortmunds Clubchef Carsten Cramer könnte Jürgen Klopp als neuer Bundestrainer eine Wirkung über den Fußball hinaus haben. «Nennen Sie mir ein Argument, das gegen ihn spricht. Ich würde mich sehr freuen, wenn der DFB und Jürgen Klopp zueinanderfänden», sagte Cramer im «Kicker»-Interview. «Ich glaube, er verkörpert sehr viel von dem, was dem Fußball, aber auch unserem Land fehlt. Mit ihm könnte ein positiver Ruck entstehen, der vielleicht sogar über den Sport hinausgeht.»

Der frühere Dortmunder Coach Klopp hat bereits eine Grundsatzvereinbarung mit den Bossen des Deutschen Fußball-Bunds um Präsident Bernd Neuendorf und Cramers BVB-Vorgänger Hans-Joachim Watzke erzielt. Eine Einigung mit Klopps derzeitigem Arbeitgeber Red Bull steht aber noch aus.

Carsten Cramer schwärmt von Jürgen Klopp. (Archivbild) Foto: Bernd Thissen/dpa
Carsten Cramer schwärmt von Jürgen Klopp. (Archivbild)