Verkehr

Palla: Korridorsanierungen der Bahn werden länger dauern

Die Deutsche Bahn will bei Generalsanierungen besonders wichtiger Strecken insgesamt langsamer vorgehen. Das dürfte Auswirkungen auf den Zeitplan haben.

Bahnchefin Palla hat angekündigt, dass die Generalsanierungen der Bahn länger dauern werden als zuletzt angenommen. (Archivbild) Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Bahnchefin Palla hat angekündigt, dass die Generalsanierungen der Bahn länger dauern werden als zuletzt angenommen. (Archivbild)

Berlin (dpa) - Die Generalsanierung wichtiger Bahnstrecken wird nach Aussage von Bahnchefin Evelyn Palla länger dauern als derzeit geplant. Eine Überarbeitung des Konzepts habe gezeigt, dass vier solcher Sanierungen pro Jahr zu viel seien, sagte Palla vor Journalisten in Berlin. Sie rechne in Zukunft mit zwei, bei besonderen technischen Notwendigkeiten auch drei Generalsanierungen pro Jahr. 

Das überarbeitete Konzept werde derzeit mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt und solle bald vorgestellt werden. Genaue Jahreszahlen wollte Palla nicht nennen. 

Die Bahn hatte im zweiten Halbjahr 2024 mit den Generalsanierungen begonnen. Das Konzept sah im Kern mehrmonatige Vollsperrungen vor, damit nicht im laufenden Betrieb saniert werden muss. Das Bauvolumen sollte dafür höher sein, die Strecken grundlegend auf Vordermann gebracht werden. Zum Versprechen gehörte auch, dass die Strecken dann deutlich weniger störanfällig sind und über mehrere Jahre Baufreiheit herrscht. 

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Bisheriger Plan: Generalsanierungen 2036 abschließen 

Für die Generalsanierungen wurden rund 40 Strecken ausgewählt. Ursprünglich war das Ziel, Anfang der 2030er Jahre all diese Sanierungen abgeschlossen zu haben. Zuletzt war dann von 2036 die Rede. Mit der neuen Strategie könnte es sein, dass die Sanierungen nicht mehr innerhalb der 2030er Jahre abgearbeitet werden können. 

Als Gründe für die Anpassung des Konzepts nannte Palla neben Erfahrungen aus den ersten Großbaustellen auch die Frage, wie viel Geld im Sondervermögen des Bundes für alle Generalsanierungen in Summe zur Verfügung stehen wird. «Wir werden die Anzahl der Korridorsanierungen pro Jahr an das Finanzierungsvolumen anpassen», sagte Palla. Zudem sei zuletzt deutlich geworden, dass vier große Sanierungen die Kapazitäten im gesamten Netz zu sehr verringern. 

Palla: Umleiterstrecken vor Sanierung besser vorbereiten

«Wir wollen auch besser darauf achten, wie die Korridorsanierungen dann geografisch im Netz angesiedelt sind, wie sie zeitlich aufeinanderfolgen», sagte Palla. Wichtig sei auch, dass die sogenannten Umleiterstrecken vor Beginn einer Generalsanierung angemessen ertüchtigt seien für zeitweise deutlich mehr Verkehr. «Es geht auch um das Thema, welches Leistungsversprechen wollen wir konkret abgeben», sagte Palla. «Welche Zustandsnote wollen wir erreichen? Welche Baufreiheit garantieren wir? Das wird unterschiedlich sein dann, weil wir auch nicht immer dasselbe machen», so die Bahnchefin. 

Bei der Sanierung der Infrastruktur sei es insgesamt wichtig, künftig die Bereiche Bauen und Fahren besser in Balance zu bringen. «Wir müssen besser priorisieren, wir müssen Bauen und Fahren besser verzahnen», sagte Palla.