Börsen

Aktionäre aus dem Ausland bauen Einfluss im Dax aus

Ein wachsender Anteil der Aktien im Deutschen Aktienindex liegt in Händen ausländischer Investoren. Damit fließt auch der Großteil der Gewinnausschüttungen der 40 Konzerne ins Ausland.

Das Wort «DAX» steht im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse an einer Tafel. Foto: Arne Dedert/dpa
Das Wort «DAX» steht im Handelssaal der Frankfurter Wertpapierbörse an einer Tafel.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Aktien der 40 Unternehmen aus der ersten deutschen Börsenliga liegen überwiegend in ausländischen Depots - mit steigender Tendenz. Bei 24 Dax-Konzernen halten Investoren aus dem Ausland die Mehrheit, wie das Beratungsunternehmen EY analysiert hat.

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Demnach erhöhte sich der Anteil von Investoren außerhalb Deutschlands von 2021 auf 2022 weiter um 0,6 Prozentpunkte auf 52,1 Prozent. Zugleich sank der Anteil heimischer Aktionärinnen und Aktionäre im Deutschen Aktienindex um 0,2 Prozentpunkte auf 31,3 Prozent. Die restlichen Anteile sind den Angaben zufolge nicht klar zuzuordnen.

«Für die deutschen Top-Konzerne werden ausländische Märkte immer wichtiger, und das spiegelt sich auch in der Zusammensetzung ihrer Investoren wider», ordnete der Vorsitzende der EY-Geschäftsführung, Henrik Ahlers, ein. «Es ist nur folgerichtig, wenn mit dieser Internationalisierung des operativen Geschäfts auch eine Internationalisierung der Aktionärsstruktur einhergeht.» Im Schnitt wird der Auswertung zufolge jede fünfte Aktie eines Dax-Konzerns von Aktionären aus Nordamerika gehalten (21,8 Prozent).

Höchsten Anteil deutscher Anleger weist Porsche aus

Die Dominanz ausländischer Investoren im Dax bedeutet auch: Von der Rekorddividende der Dax-Konzerne für das Geschäftsjahr 2022 profitieren in erster Linie Anleger außerhalb Deutschlands. Insgesamt gut 51,6 Milliarden Euro schütten die 40 Unternehmen an ihre Anteilseigner aus und damit sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gut die Hälfte der Summe - gut 26,3 Milliarden Euro - kassieren Investoren im Ausland. Rund 19,7 Milliarden Euro gehen an Dax-Anlegerinnen und -Anleger aus Deutschland, der Rest der Summe entfällt auf die Aktionäre, die regional nicht klar zuzuordnen sind.

Am höchsten ist der Anteil ausländischer Anteilseigner laut der Studie bei Vonovia: 84 Prozent der Aktien des Immobilienkonzerns sind in den Händen ausländischer Investoren. Auf mindestens 80 Prozent Auslandsanteil kommen die Deutsche Börse, der Chemikalienhändler Brenntag und der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines.

Bei folgenden acht Dax-Unternehmen liegt die Aktienmehrheit der Analyse zufolge dagegen «definitiv in den Händen inländischer Investoren»: Porsche AG, Siemens Healthineers, Beiersdorf, Hannover Rück, Deutsche Telekom, BASF, BMW und Sartorius. Den höchsten Anteil deutscher Anleger weist nach EY-Angaben der Sportwagenhersteller Porsche mit 88 Prozent aus: Die große Mehrheit der Aktien der Porsche AG gehören der Volkswagen AG und der Porsche Automobil Holding SE.