Börse in Frankfurt

Dax fällt fast bis auf 16.000 Punkte

Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger haben dem deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte einen Dämpfer verpasst. Nach einem über weite Strecken richtungslosen Handel drehte der Dax am Mittwochnachmittag ins Minus. Letztlich verlor der Leitindex 0,55 Prozent auf 16.023,13 Punkte. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,51 Prozent auf 26.582,45 Punkte abwärts.

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Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging mit einem Abschlag von lnapp 0,5 Prozent aus dem Handel. Moderate Verluste verzeichneten auch die Leitindizes in Paris und London. Der Dow Jones Industrial an der Wall Street zeigte sich zum europäischen Börsenschluss stabil auf Vortagesniveau.

«Fast alle» Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss erwarteten, dass man in diesem Jahr die Zinsen «etwas» weiter anheben müsse, um die Inflation langfristig auf das Zwei-Prozent-Ziel zu senken, wiederholte US-Notenbankchef Jerome Powell laut einer am Mittwoch vorab verbreiteten Rede vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des US-Repräsentantenhauses jüngste Äußerungen.

Die besonders zinssensiblen Immobilienwerte standen europaweit am stärksten unter Druck. Zur negativen Stimmung für die Branche trugen neben der Zurückhaltung anlässlich der Powell-Rede auch britische Inflationsdaten für Mai bei. Im Dax büßten Vonovia 2,1 Prozent ein. Auch im MDax sowie im Nebenwerte-Index SDax machten Anleger um Titel wie LEG, Aroundtown und Grand City Properties einen großen Bogen.

Etwas verschnupft reagierten die Anleger auf den mittelfristigen Ausblick von Volkswagen. Die Vorzugsaktien des Autokonzerns büßten letztlich 0,9 Prozent ein. VW will die Investitionsquote von derzeit rund 14,5 Prozent bis 2027 auf unter 11 Prozent des Umsatzes senken, bis 2030 sogar auf rund 9 Prozent.

Die Titel der Deutschen Post litten unter einem enttäuschenden Ergebnisausblick des US-Konkurrenten Fedex und büßten 2,6 Prozent ein. Der US-Logistikkonzern hatte zudem einen Gewinnrückgang für das vierte Geschäftsquartal berichtet. Für die Konkurrenz aus Europa sei die Entwicklung bei Fedex ein schlechtes Signal, sagte ein Händler.

Adidas führten mit einem Kursplus von 4,3 Prozent die Gewinnerliste im Dax an, nachdem die HSBC die Aktien des Sportartikelherstellers hochgestuft hatte und nun zum Kauf rät. Die ersten Anzeichen für mehr Markendynamik seien da, begründete Analystin Zuzanna Pusz ihre positivere Einschätzung. Die neue Strategie dürfte ab 2024 zusätzlich Schub geben. Zudem schwinde der hohe Margendruck in der Branche.

Der IT-Dienstleister Cancom will in den nächsten zwölf Monaten eigene Aktien im Volumen von bis zu knapp 10 Prozent des Grundkapitals zurückkaufen. Die erworbenen Anteilsscheine sollen zu allen rechtlich zulässigen Zwecken verwendet werden. Die Titel verteuerten sich an der SDax-Spitze um 4,2 Prozent.

Der Euro wurde zuletzt mit 1,0953 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0923 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,57 Prozent am Vortag auf 2,50 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 124,77 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,24 Prozent auf 133,38 Punkte.