Bundesbank-Monatsbericht

Deutsche Wirtschaft verliert vorübergehend an Fahrt

Hohe Energiepreise, schwacher Konsum und die Folgen des Niedrigwassers belasten die Konjunktur. Für das vierte Quartal ist die Bundesbank aber optimistischer.

Das Niedrigwasser im Sommer hat wichtigen Wasserstraßen wie dem Rhein zugesetzt. (Archivbild) Foto: Boris Roessler/dpa
Das Niedrigwasser im Sommer hat wichtigen Wasserstraßen wie dem Rhein zugesetzt. (Archivbild)

Frankfurt/Main (dpa) - Nach einem Dämpfer im dritten Quartal dürfte sich die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank zum Jahresende positiver entwickeln. «Im vierten Quartal sollte die deutsche Wirtschaft wieder stärker zulegen», heißt es im Monatsbericht September der Notenbank. «Es wird dabei aber auch darauf ankommen, wie sich der Konflikt im Nahen Osten entwickelt und wie schnell sich die Pegelstände wichtiger Wasserstraßen normalisieren.»

Für das laufende dritte Quartal bekräftigten die Volkswirte der Bundesbank frühere Aussagen. Die Dürre und das Niedrigwasser im Sommer dürften demnach zur Folge haben, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) saisonbereinigt zum Vorquartal nur leicht zulegen wird. «Die deutsche Wirtschaft wird damit allerdings den eingeschlagenen Erholungskurs grundsätzlich nicht verlassen.» In den ersten beiden Vierteljahren 2026 hatte es ein Plus von 0,4 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent gegeben.

Hohe Energiepreise bremsen privaten Konsum 

Das Niedrigwasser im Rhein bremst im laufenden dritten Quartal die Produktion der Industrie. Die Exporte tragen nach Einschätzung der Bundesbank zudem voraussichtlich weniger zum Wirtschaftswachstum bei. Zudem dürfte der private Konsum verhalten bleiben, auch weil hohe Energiepreise infolge des Iran-Kriegs die Kaufkraft der Menschen hierzulande schmälern. 

Newsletter

Holen Sie sich den WNOZ-Newsletter und verpassen Sie keine Nachrichten aus Ihrer Region und aller Welt.

Mit Ihrer Registrierung nehmen Sie die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Nach Auslaufen des damaligen Tankrabatts Ende Juni kletterte die allgemeine Teuerungsrate wieder deutlich nach oben: Im August lagen die Verbraucherpreise um 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland haben zuletzt Rekordhöhen erreicht. (Archivbild) Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland haben zuletzt Rekordhöhen erreicht. (Archivbild)

Teuerungsrate bleibt vorerst erhöht

Rasche Entspannung ist nicht in Sicht: «Die Inflationsrate dürfte vorerst erhöht bleiben», schreibt die Bundesbank. «Die aktuell starke Verteuerung von Energie könnte sich noch einige Zeit weiter fortsetzen.» Auch andere Preise könnten infolge der höheren Energiepreise steigen, weil Transport und Produktion teurer geworden sind. «Länger anhaltend hohe Preise nicht nur für Rohöl, sondern auch für Gas und Strom könnten direkte und indirekte Effekte verstärken und die Rückkehr der Inflationsrate zu zwei Prozent verzögern.» 

Bei einer Teuerungsrate von mittelfristig 2,0 Prozent sieht die Europäische Zentralbank (EZB) ihr wichtigstes Ziel erfüllt: für einen stabilen Euro zu sorgen und so die Kaufkraft der Menschen zu erhalten. Je höher die Inflationsrate, umso weniger können sich Verbraucherinnen und Verbraucher für einen Euro leisten.