Geringes Interesse an Luxus

Kein Ende der Talfahrt: Porsche verkauft weniger Autos

Der Absatz von Porsche-Modellen sinkt, besonders in China und Nordamerika. Wie will der Sportwagenbauer auf die aktuelle Marktlage reagieren?

Sportwagenbauer Porsche: erneuter Absatzrückgang. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Sportwagenbauer Porsche: erneuter Absatzrückgang. (Archivbild)

Stuttgart (dpa) - Der kriselnde Sportwagenbauer Porsche meldet wegen der schwierigen Lage auf den wichtigen Märkten in China und in Nordamerika erneut einen Absatzrückgang. In den ersten neun Monaten verkaufte das Unternehmen weltweit 178.532 Fahrzeuge, wie die VW-Tochter in Stuttgart mitteilte. Das war ein Rückgang um 16 Prozent. 

Rabattaktionen sieht der Autobauer kritisch. «In einem weiterhin herausfordernden Marktumfeld verfolgt das Unternehmen konsequent seine wertorientierte Absatzsteuerung und setzt auf eine ausgewogene Balance zwischen Angebot und Nachfrage.»

Einer der Gründe für die Kaufzurückhaltung im Reich der Mitte ist, dass das Geld bei wohlhabenden Chinesen wegen der Immobilienkrise im Land nicht mehr so locker sitzt. Dort verbuchte Porsche in den ersten neun Monaten ein Minus von 33 Prozent auf 21.493 Fahrzeuge. Es werde auf die langfristige Entwicklung der Marke gesetzt anstatt auf kurzfristige Volumenziele. 

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In Nordamerika betrug das Minus 13 Prozent. Hier lieferte das Unternehmen 56.088 Autos aus. Dies sei vor allem durch das Aus der Verbrennervarianten von Boxster und Cayman bedingt, die es künftig nur noch mit Elektroantrieb geben wird. In Europa gingen die Auslieferungen um 11 Prozent auf 44.949 Sport- und Geländewagen zurück und in Deutschland um 7 Prozent auf 20.954 Autos. Das Minus in den Übersee- und Wachstummärkten betrug knapp ein Fünftel weniger.

Ein Klassiker legt deutlich zu

Bei den weltweit verkauften Modellreihen lag der Cayenne weiterhin an der Spitze: Sein Absatz sank um 2 Prozent auf 59.586 Fahrzeuge. Seit dem Sommer ist die vollelektrische Variante am Markt. Von ihm seien schon 7.002 Fahrzeuge auf den Markt gekommen. 

Der Sportwagen 911 legte um 12 Prozent auf 42.217 Autos zu. Von der Baureihe Macan wurden 51.025 Fahrzeuge ausgeliefert - ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Davon entfallen 23.029 Einheiten auf die Elektrovariante. Der Macan mit Verbrennungsmotor wurde noch 27.996 Mal ausgeliefert. Seit Sommer 2026 läuft das Modell nicht mehr vom Band.

Neuer Vorstandschef baut Porsche um

Der neue Porsche-Chef Michael Leiters baut die VW-Tochter gerade radikal um. Der Plan, der «Sportwagenschmiede '35» heißt, setzt auf mehr Exklusivität, neue Modelle und höhere Erträge – aber auch auf harte Einschnitte bei Kosten, Organisation und Belegschaft. 

In den vergangenen Jahren war der Sportwagenbauer stark gewachsen - und will sich nun angesichts der sinkenden Absatzzahlen unabhängiger von hohen Stückzahlen machen. Die Gewinnschwelle soll künftig bei weniger als 200.000 verkauften Fahrzeugen liegen. Zuletzt seien viele Teile des Konzerns eher auf die Produktion von 350.000 Autos ausgelegt gewesen, sagte Leiters kürzlich. In der Porsche-Heimat fallen insgesamt rund 9.000 Stellen weg. Hinzu kommen Abbauprogramme im Leipziger Werk und bei Tochterunternehmen.