Arbeitskräfte

Prognose: Rekordhoch bei Beschäftigung in Deutschland

Es ist davon auszugehen, dass immer mehr Menschen einem sozialversicherungspflichtigen Job nachgehen. Trotzdem wird weiterhin nach Arbeitskräften gesucht.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ermittelt die Zahl der Beschäftigten. Foto: Daniel Karmann/dpa
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ermittelt die Zahl der Beschäftigten.

Nürnberg (dpa) - Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland wird nach der Frühjahrsprognose des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in diesem Jahr auf ein neues Rekordhoch schnellen. Die Nürnberger Experten rechnen für 2023 mit einem Plus von 340.000 Beschäftigten. Damit wären in Deutschland 34,85 Millionen Menschen in einem sozialversicherungspflichtigen Job.

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Die Zahl der Erwerbstätigen - also inklusive Minijobber - werde sogar 45,95 Millionen erreichen, teilte das Institut heute in Nürnberg mit. Beschäftigungsaufbau werde es in fast allen Branchen geben, vor allem aber im Bereich öffentlicher Dienst, Gesundheit und Erziehung.

Keine falschen Rückschlüsse ziehen

Allerdings werde auch die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt um etwa 110.000 höher liegen als noch 2022. Dies sei aber vor allem einen statistischem Effekt geschuldet, der mit dem Hinzurechnen ukrainischer Geflüchteter in der zweiten Jahreshälfte 2022 zu tun hat.

«Arbeitskräfte sind so knapp wie seit Jahrzehnten nicht. Betriebe versuchen daher ihre Beschäftigten auch in einem schwierigen Umfeld zu halten», sagte Enzo Weber, Leiter des IAB-Forschungsbereichs Prognosen und gesamtwirtschaftliche Analysen. Allerdings steige - vor allem wegen des Zuzugs aus der Ukraine auch das Potenzial an Arbeitskräften um 340.000.

Die gute Beschäftigungslage sei auch ein wichtiger Stabilisierungsfaktor für die Konjunktur. Die Talsohle sei bereits durchschritten. «Die Akutphase der Energiekrise ist erst einmal überstanden», sagte Weber. Jetzt müsse die Transformation in der Industrie mit hohem Druck umgesetzt werden. Investitionen in entsprechende Technologie sowie in die Beschäftigten seien notwendig.