Shell hat wegen Fehleingabe Diesel zu günstig verkauft
Seit April dürfen Spritpreise an Tankstellen nur einmal am Tag um 12.00 Uhr erhöht werden. Deshalb konnte Shell eine Fehlangabe zunächst nicht korrigieren, wie eine Unternehmenssprecherin sagte.
Hamburg (dpa) - Der Tankstellenbetreiber Shell hat wegen einer Fehleingabe an Autobahntankstellen Diesel zu einem marktunüblich niedrigen Preis verkauft. «Bei der manuellen Eingabe der Preise für die Autobahntankstellen gestern um 12 Uhr ist es zu einer Fehleingabe gekommen», sagte eine Sprecherin von Shell Deutschland mit Sitz in Hamburg. Zuerst hatten mehrere Medien berichtet.
Diesel sei deshalb für 1,849 Euro pro Liter angeboten worden, sagte die Sprecherin. Der Preis ist günstig, da Tanken entlang der Autobahn üblicherweise weitaus teurer ist als in der Stadt. Laut ADAC kostete der Liter Diesel am Montag bundesweit im Tagesschnitt nahezu zwei Euro.
Korrektur wegen Spritpreisregel nicht möglich
Die Sprecherin sagte, die Fehleingabe habe nicht korrigiert werden können, da die Preise gesetzlich nur einmal am Tag um 12.00 Uhr erhöht werden dürften. Wie viele Tankstellen von dem Fehler betroffen waren, teilte sie nicht mit. Laut einem Bericht des WDR boten Tankstellen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen Diesel vergünstigt an.
Daten der ADAC-App zufolge verkauften einzelne Shell-Tankstellen in einem Großteil der Bundesländer Diesel zu diesem Preis. In der Regel wurden die Preise am Dienstagmittag wieder erhöht, wie aus der App hervorgeht.
Um die nach dem Iran-Krieg gestiegenen Preise für Benzin und Diesel unter Kontrolle zu bringen, hatte die schwarz-rote Koalition das sogenannte Österreich-Modell eingeführt. Seit dem 1. April dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur einmal pro Tag um 12.00 Uhr erhöht werden. Seit Einführung der Regel tankt es sich in der Regel am späten Vormittag am günstigsten.