Markenrecht an Dönernamen

Streit um «Krispy Kebab»: Dönerkette legt sich mit KFC an

Kentucky Fried Chicken verkauft ein neues Gericht, die Dönervariante «Krispy Kebab». Moment mal, das ist doch unser Markenname, sagt eine Dönerkette. KFC betont: «Wir wollen keinen Beef.»

Das Logo von Kentucky Fried Chicken. Foto: Marcus Brandt/dpa
Das Logo von Kentucky Fried Chicken.

Bielfeld (dpa) - Im Streit um Markenrechte an einem Hühnchen-Gericht legt sich eine Bielefelder Dönerkette mit dem US-Anbieter Kentucky Fried Chicken (KFC) an. Das Bielefelder Unternehmen heißt Krispy Kebab – also genauso wie das Gericht, das KFC seit kurzem anbietet. «Die nutzen einfach unseren Namen, den ich seit fast zehn Jahren mühsam als Marke aufgebaut habe», sagt der Chef der 2017 gegründeten Dönerfirma, Sergen Kolcu, der dpa in Bielefeld. «Die wussten, dass es uns gibt – und trotzdem bringen sie das einfach auf den Markt.» Zuvor hatte die «Bild» berichtet.

Auffällig sei, dass KFC sein Produkt mit K schreibe und nicht mit C als «Crispy», wie es KFC bei anderen Gerichten getan habe. Er habe KFC aufgefordert, das zu unterlassen. Sollte das nicht geschehen, werde er klagen. Er habe sich «Krispy Kebab» markenrechtlich schützen lassen. 

Kurios ist zudem ein Werbevideo von KFC, in dem der neue KFC-Döner zur Musik des Prinzen-Songs «Alles nur geklaut» vorgestellt wird. Kebab gebe es schon ganz lange und nun endlich auch bei KFC, wird in dem Lied gesungen. Dönerbuden-Betreiber Kolcu stößt dieses Werbevideo sauer auf - nach seinem Verständnis ist der Name des KFC-Gerichts tatsächlich «geklaut». 

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Bloß kein «Beef»

KFC Deutschland teilt hingegen mit, dass man einen «vermeintlich frechen Klau» nicht im Sinn gehabt habe. «Der Produktname ist im Zuge einer internationalen Entwicklung entstanden und wird in vielen europäischen Märkten verwendet», teilt das Unternehmen mit. «Klar ist trotzdem: Wir wollen keinen Beef – unser Fokus liegt bekanntlich auf Chicken.» Das englische Wort Beef heißt Rindfleisch, außerdem bedeutet es umgangssprachlich «Streit».

Kolcu hat Krispy Kebab 2017 gegründet, die Firma betreibt zwei Dönerläden in Bielefeld. Außerdem gibt es noch 16 weitere Krispy-Kebab-Standorte, die von Franchisenehmern betrieben werden. «Die Franchisepartner haben für den Markennamen bezahlt und es gilt Gebietsschutz, dass es bei Ihnen sonst keinen anderen Krispy Kebab gibt», sagt der 29-jährige Unternehmer. 

Die Kundschaft drohe nun teilweise bei KFC zu landen - in der Annahme, dass es bei KFC eben jenen Krispy Kebab gebe wie bei der Dönerkette. «Die Kunden sind irritiert und fragen, ob wir mit KFC kooperieren.» Dem sei aber nicht so. Für so eine Kooperation zeigte sich Kolcu grundsätzlich offen. Man könne den «Krispy Kebab» ja zusammen machen, «mit einer Soße von uns oder so». 

Ein erstes Gespräch zwischen beiden Parteien verlief am Montag nach Angaben von Krispy-Kebab-Chef Kolcu ohne Ergebnis. Man habe noch keinen gemeinsamen Nenner gefunden, so der Firmengründer. Von KFC hieß es: «Mal schauen, was hier noch gemeinsam möglich ist.»