«Zirkuläres Bauen»

Umweltminister: Bund soll recyceltem Baustoff Vorrang geben

Bauschutt sorgt für Abfallmassen, dabei kann man vieles erneut nutzen - so steht es in einem neuen Umweltgutachten. Der Umweltminister und die Bauministerin zeigen sich offen.

Bauschutt ist einem Gutachten zufolge auch ein wichtiger Rohstoff. (Archivbild) Foto: Uwe Anspach/dpa
Bauschutt ist einem Gutachten zufolge auch ein wichtiger Rohstoff. (Archivbild)

Berlin (dpa) - Bei Bauvorhaben des Bundes sollen nach dem Willen von Umweltminister Carsten Schneider künftig recycelte Baustoffe Vorrang haben. Das gelte auch für die Bahn oder die Autobahngesellschaft, die in den nächsten Jahren viele Milliarden Euro verbauen würden, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Diese «Bevorzugungspflicht für Sekundärrohstoffe» sei allerdings noch nicht Konsens in der Bundesregierung, räumte Schneider ein. «Ich arbeite daran.» 

Gemeinsam mit Bauministerin Verena Hubertz (SPD) nahm er in Berlin ein Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) zum sogenannten zirkulären Bauen in Empfang. Gemeint ist zum einen, dass bestehende Gebäude möglichst erneut genutzt statt abgerissen werden sollten. Kommt es zum Abriss oder Umbau, sollen Baustoffe, aber auch Elemente wie Fenster oder Türen verwendet werden. 

Das Gutachten weist darauf hin, dass mehr als ein Drittel des deutschen Rohstoffbedarfs im Hoch- und Tiefbau entstehe. Bau und Gebäude verursachten mehr als die Hälfte des jährlichen Abfallaufkommens und einen Großteil des Flächenverbrauchs. Die Produktion von Baustoffen steuere acht Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen bei. 

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Absage an eine Steuer

All dies ließe sich dem Gutachten zufolge durch «zirkuläres Bauen» mindern. Als Hindernisse gelten unter anderem rechtliche Unsicherheit über die Nutzung recycelter Baustoffe und die Furcht vor Schadstoffen, aber auch der Preis.

Der Sachverständigenrat schlägt unter anderem vor, die Umwelt- und Klimalasten bei neu hergestellten Baustoffen zu berücksichtigen und sie mit einer eigenen Steuer oder über den CO2-Preis teurer zu machen. Dem erteilte Schneider aber eine Absage. Mit «weiteren Steuererhöhungen beschäftige ich mich gerade nicht», sagte der Umweltminister. Der Hebel liege in der großen Nachfrage, die der Bund bei seinem Bauvorhaben auslösen könne.