Bei der Ebola-Bekämpfung mangelt es an Laboren und Material
Der Nachweis von Ebola-Infektionen in der ostkongolesischen Provinz Ituri bleibt kompliziert. Dem Gesundheitssystem dort mangelt es an fast allem. Was macht die Lage so schwierig?
Bunia/Tübingen (dpa) - Fehlende medizinische Ausstattung vor Ort erschwert die Bekämpfung des aktuellen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo. Das fange schon beim Nachweis der Krankheit an, erklärt die deutsche Tropenärztin Gisela Schneider aus Tübingen, die die Region aus eigener Erfahrung kennt und für den kirchlichen Verein Difäm dort im Einsatz war. Kollegen vor Ort hätten ihr bestätigt, dass Proben von Verdachtsfällen weiterhin in die 1.700 Kilometer entfernte Hauptstadt Kinshasa geschickt werden müssten. Die Stadt selbst habe noch kein Labor, das die Tests vornehmen könne. Derzeit würden erst Laborkapazitäten aufgebaut.
Zuletzt hatte die kongolesische Regierung rund 930 Verdachtsfälle und rund 220 Todesfälle gezählt.
Keine Schnelltests für Erreger des aktuellen Ausbruchs
Für den vorherrschenden seltenen Erregerstamm Bundibugyo gibt es zudem keinen Schnelltest. «Menschen, die bestimmte Symptome haben wie schweres Krankheitsgefühl, hohes Fieber, Erbrechen, Durchfall, müssen behandelt werden, als ob sie Ebola hätten», so Schneider. «Sie werden gleichzeitig aber auch auf Malaria behandelt und andere Infektionskrankheiten. Bis die Diagnose gestellt ist, müssen die Patienten mehrgleisig behandelt und vor allem isoliert werden.»
Aufbau von Triage-Centern läuft - Material fehlt
Derzeit würden Triage-Center aufgebaut, um Ebola-Verdachtsfälle in Kliniken so frühzeitig wie möglich von anderen Patienten zu trennen, sagte Schneider. Mitarbeiter in Schutzkleidung würden daher am Eingang die Temperatur messen und Fragen stellen, um zu entscheiden, ob Patienten in die reguläre klinische Versorgung oder in den isolierten Bereich für Ebola-Verdachtsfälle kommen. Noch aber fehle es an Material, um die Schutzvorkehrungen in den Gesundheitszentren zu sichern. «Und deshalb kommt es im Moment auch noch zu vielen Infektionen, auch unter Gesundheitsmitarbeitenden.»
Gefährliche Wege in die Region
Hinzu kommt: Es sei schwierig, Hilfsmaterial nach Ituri zu bringen, so Josue Ibulungu, Landesdirektor der Diakonie Katastrophenhilfe. Der Flughafen in Bunia, der größten Stadt in Ituri, ist geschlossen. Auf der Straße dauert die Fahrt drei Tage und führt durch Rebellengebiete. Früher seien Gefahren vermieden worden, indem Helfer über Ruanda und Uganda nach Ituri fuhren. Das ist nun nicht mehr möglich: Ruanda hat die Grenze zum Nachbarland geschlossen.