Infektionskrankheit

Deutlicher Anstieg der Fälle von West-Nil-Fieber in Italien

Kürzlich meldete die WHO einem Anstieg der Fälle von West-Nil-Fieber in Südeuropa, vor allem in Griechenland. Nun schnellen die Zahlen in Italien in die Höhe.

Eine Mücke sticht zu Foto: Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa
Eine Mücke sticht zu

Rom/Solna (dpa) - In Italien ist die Zahl der registrierten Erkrankungen an West-Nil-Fieber deutlich angestiegen: Für das laufende Jahr erfasste die europäische Gesundheitsbehörde ECDC bis vorigen Mittwoch 46 Erkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte jüngst in dem Land von 21 bestätigten Fällen berichtet. Die ECDC nennt nun höhere Zahlen, auch für andere Länder.

Demnach wurden der Behörde für Europa 81 Erkrankungen gemeldet, bei denen sich die Menschen lokal infiziert hatten - sich also nicht auf Reisen angesteckt hatten. Neben den 46 Fällen in Italien gab es 21 Fälle in Griechenland, 5 in Nordmazedonien, weitere 5 in Rumänien, 3 in Spanien und 1 in Frankreich.

Im Sommer steigt die Zahl der Erkrankungen an West-Nil-Fieber erfahrungsgemäß deutlich an. In Italien sind insgesamt 20 Regionen betroffen, auch die Großstädte Mailand und Rom mit Umgebung.

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Zwei Erkrankungen im laufenden Jahr in Deutschland registriert

Das Virus wird nach WHO-Angaben meist zwischen Mücken und Vögeln übertragen. Infizierte Mücken können aber auch Menschen anstecken, am häufigsten zwischen Juli und September. Die meisten Menschen bemerken die Ansteckung dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge nicht. Forscher gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. In Deutschland wurden im laufenden Jahr nach RKI-Angaben zwei Fälle registriert. Beide Infektionen wurden dem Institut zufolge jedoch von Auslandsreisen mit nach Hause gebracht.

Etwa ein Fünftel der Infizierten entwickelt laut RKI grippeähnliche Symptome, die nach 2 bis 14 Tagen beginnen. In schweren Fällen kann es zu Erkrankungen des Nervensystems wie Enzephalitis und Hirnhautentzündung kommen.

Risiko für Menschen gering

Das WHO-Regionalbüro Europa mit Sitz in Kopenhagen betont, das Risiko einer schweren Erkrankung sei für die meisten Menschen gering. Wegen der längeren und heißeren Sommer erhöhe sich jedoch die Möglichkeit einer Ansteckung, so die Organisation. Bei hohem Fieber, Ausschlag auf der Haut oder einem steifen Nacken solle man unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Zudem solle man sich auf Reisen durch Kleidung, Anti-Mücken-Sprays oder andere Hilfsmittel schützen.