Aus für Maiberg-Festival in Heppenheim
Jahr für Jahr hat das Maiberg-Festival die Heppenheimer Freilichtbühne mit Leben gefüllt. Doch jetzt zieht Veranstalter Harry Hegenbarth die Reißleine. Die Gründe dafür: Fehlende Finanzierung, fehlende Förderung.
Heppenheim. Es hat die Heppenheimer Freilichtbühne Jahr für Jahr mit Leben, Musik, Kinderlachen und Fröhlichkeit erfüllt: das Maiberg Open Air. Und das live, umsonst und draußen. Der Eintritt war frei, jeder konnte kommen. Doch nun musste Veranstalter Harry Hegenbarth von „Showmaker“ die Reißleine ziehen und das Festival absagen: „Es ist uns nicht gelungen, das Event auf solide finanzielle Beine zu stellen.“
Man habe in den vergangenen Jahren „alles daran gesetzt, ein buntes Festival für alle Altersklassen auf der wunderschönen Freilichtbühne zu etablieren. Wir haben viel Kraft und Geld investiert – doch steigende Kosten auf allen Ebenen und gleichzeitig gleichbleibende Einnahmen haben uns letztlich vor große Herausforderungen gestellt.“
„Magischer Ort“
Schon in den vergangenen beiden Jahren hat Hegenbarth immer wieder diese Problematik angesprochen, sodass das Aus keine Überraschung ist. Die Fans des fünftägigen Open-Air-Festivals sind traurig. 2024 ging das Maiberg Open Air sogar zwei Tage in die Verlängerung, nachdem es der Wettergott zuvor nicht gut gemeint hatte. Es liege nicht an den Besucherzahlen, stellt Hegenbarth klar. Diese seien bei normalem Wetter immer großartig gewesen.
Aber: Die Art von „freier“ Kultur, „wie wir sie realisieren, braucht Förderung. Gleichzeitig müssen wir akzeptieren, dass es in diesen Zeiten einfach sehr schwer geworden ist, ein Umsonst-und-Draußen-Format wie dieses aufrechtzuerhalten“, erklärt er und unterstreicht, dass viele Menschen versucht hätten, „Showmaker“ zu unterstützen.
Die Stadt Heppenheim sei dabei stets ein verlässlicher Partner gewesen. „Wir geben niemandem die Schuld. Es war ein Versuch, der nicht funktioniert hat“, sagt Hegenbarth und ist traurig: „Dieser Ort ist so magisch, er ist uns so ans Herz gewachsen“, tut es dem Veranstalter in der Seele weh.
Man habe immer wieder aktiv nach weiteren Sponsoren gesucht, ein, zwei neue Geldgeber hätten sich auch gemeldet, doch unterm Strich reichte das nicht aus. Für „Showmaker“ war das Festival ein Zuschussgeschäft. Und das ganz unabhängig vom Wetter. War dieses auch noch schlecht, dann entstand ein richtig schmerzhaftes Minus, wie zuletzt im vergangenen Jahr. Aber auch bei strahlendem Sonnenschein musste man am Ende immer drauflegen. Ist es das endgültige Aus? „Wir geben nicht auf“, versichert der Veranstalter: „Vielleicht finden wir in Zukunft neue Möglichkeiten für ein Comeback.“
Die Situation anderswo
Auch der „Vogel der Nacht“ in Bensheim stand 2019 auf der Kippe. Dort hat sich dann ein Förderverein gegründet, „die sind da, sollte mal alles in die Hose gehen. Die fangen es ab, wenn wir ein Minus durch schlechtes Wetter haben.“ Auf wackeligen Beinen stand auch das Lorscher Birkengarten-Festival. Hier haben sich jedoch zumindest für dieses Jahr ausreichend Sponsoren gefunden, sodass es ab dem 25. Juni über die Bühne gehen kann.
Beim „Phungo“ in Pfungstadt gibt es mehr Zuschüsse aus öffentlicher Hand und sehr viele Gönner und Sponsoren. Hier wird 2025 drei Wochen lang gefeiert. Das „Heppening“ in der Kreisstadt am 2. Oktober bleibt erhalten, mit vielen neuen Überraschungen, wie Hegenbarth verspricht. Die gibt es auch beim „Maiway“ in Bensheim (28. Mai).
Was ist das grundsätzliche Problem, dass die „Showmaker“-Festivals ins Wanken geraten sind? Hegenbarth verweist an dieser Stelle nicht zum ersten Mal auf die seit Corona explodierenden Kosten für Infrastruktur, Sicherheitsdienste, bei Getränkepreisen und anderes.
Keine Option: Eintritt verlangen
Auf der anderen Seite seien die Einnahmen nicht gestiegen. Einfach Eintritt zu nehmen, sei keine Option, dann sei man Konzertveranstalter mit einzelnen Programmpunkten. Aber das Maiberg-Festival lebe vom freien Zusammenspiel von Nachwuchskünstlern, von Menschen mit Behinderung, von spontanen Dingen in Kombination mit Profis. (tak)