Hitzschlag: Hunde im Sommer nicht alleine im Auto lassen
Einen Hund bei Hitze im Auto zu lassen ist nicht nur gefährlich, sondern auch strafbar: Es drohen bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldbuße.
Jeden Sommer sterben zahlreiche Hunde in Autos – am Hitzschlag. Hundebesitzer unterschätzen oftmals, wie schnell sich ein Auto bei entsprechenden Temperaturen erhitzt. Auch wenn das Fenster einen geöffnet ist, können sich die Temperaturen im Innenraum eines geparkten Fahrzeugs binnen weniger Minuten um ein Vielfaches ansteigen. Ab etwa 20 °C Außentemperatur kann sich ein Auto in der Sonne innerhalb einer Stunde auf 46 °C aufheizen.
Bei ca. 30 °C Außentemperatur wird innerhalb einer halben Stunde eine für den Hund tödliche Innentemperatur von 46 °C erreicht.
Die ansteigende Hitze kann bei eingesperrten Hunden Panik auslösen und schnell zum Hitzschlag führen. Ein Hitzschlag ist ein lebensgefährlicher Zustand, der durch eine Überhitzung des Körpers hervorgerufen wird. Die körpereigene Selbstregulierung mittels Wasseraufnahme und Schwitzen funktioniert dann nicht mehr.
Hunde sind sehr hitzeempfindlich. Bereits Außentemperaturen von 22 bis 25 °C veranlassen viele Hunde dazu, sich schattige Plätze zu suchen. Hunde können kaum schwitzen. Ihnen stehen nur sehr wenige und unzureichende Körperstellen mit Schweißdrüsen zu Verfügung. Dazu zählen nur die Pfotenballen und die Nase. Hunde regulieren ihre Körpertemperatur ausschließlich über das Hecheln und die Wasseraufnahme.
Was kann ich tun, wenn ich einen im heißen Auto eingesperrten Hund sehe?
Darf ich eigenmächtig die Scheibe einschlagen oder mache ich mich damit strafbar?
Das Einschlagen der Scheibe sollte immer die letzte Option sein. Denn auch wenn dem Tierhalter, der seinen Hund im Auto gelassen hat, eine Anzeige wegen Tierquälerei droht, muss mit den Konsequenzen der Sachbeschädigung gerechnet werden. Denn in einem solchen Fall prüfen die Richter, ob tatsächlich ein Notstand gemäß § 34 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) vorlag.
Deshalb sollte man erst einmal versuchen, schnellstmöglich den Besitzer des Hundes/Autos ausfindig zu machen. Gelingt das nicht, ist ein Anruf bei der Polizei der nächste Schritt.
Erste Hilfe bei überhitzten Hunden
- Das Tier in eine kühle Umgebung bringen
- Wasser bereitstellen (nicht zum Trinken zwingen)
- Den Hund auf ein feuchtes Handtuch legen, seinen Kopf kühlen
- Das Tier (wenn möglich) kühl abduschen. Wichtig: langsam von den Beinen beginnen und kein Wasser über den Körperkippen, sonst droht ein Schock.
- Kein eiskaltes Wasser nehmen, hier droht Lebensgefahr.
- Einen Tierarzt kontaktieren, wenn das Tier bewusstlos ist. Es auf die Seite legen und wenn möglich vorsichtig strecken.
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