Mannheim: Anklage gegen Polizeibeamten erhoben
Ein Mannheimer Polizist muss sich vor Gericht verantworten. Was im März vergangenen Jahres passiert ist.
Mannheim. Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen Polizisten des Polizeipräsidiums Mannheim wegen des Verdachts der Verfolgung Unschuldiger Anklage am Amtsgericht Mannheim - Schöffengericht erhoben. Wie Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium in einer gemeinsamen Pressemitteilung mitteilten, geht es bei der Anklage um einen Vorfall vom 28. März 2024. An diesem Tag wurde ein Mann bei einem Einsatz kontrolliert und anschließend aufgrund eines bestehenden Sicherungshaftbefehls in eine Gewahrsamseinrichtung der Mannheimer Polizei gebracht.
Im weiteren Verlauf soll der angeklagte Polizeibeamte den sichergestellten Gegenständen des Mannes fünf Päckchen Marihuana hinzugefügt haben. Daraufhin habe er den angeblichen Drogen-Fund der Staatsanwaltschaft Mannheim mitgeteilt haben, um auf diesem Wege eine Durchsuchungsanordnung für die Wohnung des Mannes zu erlangen. Zudem soll er auf zwei Polizeibeamte eingewirkt haben, die bei der Kontrolle beteiligt waren. Er soll versucht haben, die beiden dazu zu bewegen, den angeblichen Fund des Marihuanas in ihren polizeilichen Vermerken festzuhalten.
Sobald der Sachverhalt bekannt wurde, leitete das Polizeipräsidium strafrechtliche Ermittlungen sowie ein Disziplinarverfahren ein. Der betroffene Polizeibeamte ist derzeit nicht im Dienst. Das Amtsgericht Mannheim hat die Anklage der Staatsanwaltschaft zur Hauptverhandlung zugelassen und das Verfahren eröffnet. (sig)