23-Jähriger aus Fürth baut eigene Sternwarte
Der 23-jährige Fürther Felix Wenz hat eine Sternwarte gebaut und feiert am Wochenende Einweihung
„Am Nachthimmel gibt es unzählige faszinierende Dinge zu entdecken.“ Das schreibt Felix Wenz und fährt fort: „Ich habe eine Liste von Objekten erstellt, um die Nachtplanung zu erleichtern, und war gestern draußen, um sie zu testen. Auf meiner Liste stehen Galaxien, planetarische Nebel, Kugelsternhaufen und Sternhaufen.“
Der Fürther begeistert sich für Astronomie – es ist eine Leidenschaft, die jetzt in der Einrichtung einer kleinen Sternwarte mündet. In monatelanger Arbeit baute er eine Rolldachhütte in seinem Garten und plant, sie auch der Öffentlichkeit zu öffnen, „sofern es mit Arbeit und Studium vereinbar ist“. Dazu hat der junge Mann auch schon vorgefühlt, inwiefern es in seiner Heimatgemeinde Interesse gibt. Ein Schülervater zeigte sich angetan, sicherte zu, in der Grundschule über das Thema zu sprechen: „Er war schon einmal mit seinem Sohn hier und war sehr begeistert.“ Der 23-Jährige ist Hobby-Astronom. Im „Hauptberuf“ studiert er Sozialpädagogik und Management dual und arbeitet derzeit in einer Kita. Sein Traum wäre es, Kindern das Teleskop und die Astronomie nahezubringen.
„Sonne wie eine Zwiebel“
Außerdem ist am Wochenende eine Einweihungsfeier geplant: Am Samstag, 10. August, werden die Teleskope in Stellung gebracht und auf den Nachthimmel ausgerichtet. Nicht nur darauf: Auch die Sonne wird untersucht. „Sonnenbeobachtung im H-alpha und Weißlicht“ steht dazu auf dem Programm, und Wenz erklärt: „Die Sonne kann man sich wie eine Zwiebel vorstellen: Ganz oben befindet sich die Korona, die man nur bei einer totalen Sonnenfinsternis sehen kann, wie sie in zwei Jahren in Spanien zu beobachten sein wird. Darunter liegt die Chromosphäre, die man bei H-alpha-Beobachtungen sieht.“ Allerdings braucht man bestimmte Filter für das Zentralgestirn, da ohne sie die Gefahr zu erblinden besteht. Zudem hält der Initiator nach Kometen Ausschau, schränkt aber ein, dass derzeit keine mit bloßem Auge sichtbar seien.
Bei der Eröffnung bekommt er Verstärkung durch Gleichgesinnte: Es sind Vorträge geplant, in denen es um den Bau der Sternwarte geht; ein Mitstreiter zeigt seine Polarlichtbilder, die er im Mai vom Vogelsberg gemacht hat, und ein weiterer stellt Messungen der Spektroskopie zur Corneae Borealis Novae vor, einer Sternenexplosion in der Nördlichen Krone.
Planetarische Nebel
Sogar ein 15-Jähriger ist am Start: Der Teenager hat sich mit der Entdeckung planetarischer Nebel beschäftigt und erklärt seine Methode. „Vielleicht kommt noch mehr“, macht es Wenz spannend. Jedenfalls hat er einen Beamer mit Leinwand organisiert, sodass alle die Bilder aus dem Kosmos sehen können.
Weiter geht es mit Beobachten und Fotografieren; für schläfrige Zeitgenossen gibt es Zelte. Doch wenn Wenz voller Begeisterung schildert, was sich mit einem Teleskop alles entdecken lässt, dürfte wohl kaum jemandem nach Bettruhe zumute sein: „Ab etwa zwei, drei Uhr morgens kann man eine Ansammlung von Planeten beobachten. Mit Ausnahme von Merkur und Venus sind alle dabei (Saturn, Mars, Jupiter, Uranus und Neptun).“
Sternschnuppen sind sichtbar
Die ersten drei zeigen interessante Details, während man bei den anderen aufgrund der Entfernung Glück haben muss, um überhaupt so etwas wie „blaue Murmeln“ zu sehen. Außerdem sind die Milchstraße und die Sternbilder des Spätsommers wie Herkules und Schwan, Leier, Cepheus und andere gut zu sehen.
Gegen 23.30 Uhr, vermutet er, könne es dunkel genug sein, um die Milchstraße mit ein wenig Struktur erkennen zu können. Interessant sei auch der Perseiden-Meteorstrom, der jedes Jahr um diese Zeit auftritt: „Da die Erde durch eine Ansammlung von Überresten aus der Entstehung des Sonnensystems zieht, sind in dieser Zeit mehr und oft auch hellere Sternschnuppen zu sehen als üblich.“ Was die Technik angeht, so erklärt Wenz: „Mein Hauptinstrument für die Beobachtung ist der auf den Bildern oben zu sehende 16 Zoll Dobson der Blaue. Dieses Teleskop ist bereits ziemlich groß, zum Vergleich das größte Teleskop in Heppenheim, der Mühleis, hat 18 Zoll Durchmesser, ist aber paralaktisch montiert, meinen muss ich per Hand bewegen.“
Das Teleskop von Felix Wenz befindet sich in der Ellenbacher Straße 15 in Fürth.