Das Festzelt platzt förmlich aus den Nähten
Großer Andrang und Riesenstimmung beim Johannismarkt-Frühschoppen in Fürth.
„Das ist wirklich einzigartig, es gibt nirgends in der Region einen Frühschoppen in dieser Größe und in dieser Intensität“, sagte Bürgermeister Volker Oehlenschläger, sichtlich beeindruckt von dem enormen Zuspruch, den die Abschlussveranstaltung des Fürther Johannismarktes am Montag erfuhr. Das Festzelt war so dicht besetzt, dass es förmlich aus den Nähten platzte, aber auch der Außenbereich war voll belegt, und selbst in den Gaststätten im Ort gab es zur Mittagszeit kaum noch freie Plätze.
Aber es war nicht nur der große Andrang – beim Mittagessen im Festzelt musste man zwischenzeitlich eine Stunde Wartezeit in Kauf nehmen –, auch die Stimmung kochte bei sowieso schon sommerlichen Temperaturen hoch. Dafür zeichnete sich die Original Odenwälder Trachtenkapelle aus Linnenbach verantwortlich, die mit flotter Blasmusik aufwartete, aber auch Ausflüge in den populären Bereich unternahm, und nicht nur bei „Gisela Grün“ stimmten alle mit ein.
Geschäftswelt vertreten
Wenn es einen Preis für die besten Stimmungsmacher geben würde, wären die Mitarbeiter der Gerüstbaufirma Kolb auch dieses Mal prämiert worden. Bei ihnen ging es schon kurze Zeit nach Frühschoppenbeginn hoch auf die Bänke zum Singen und Jubeln. Und überhaupt: Alles, was in der Fürther Geschäftswelt Rang und Namen hat, war am Montag vertreten, wobei es längst zur Tradition gehört, dass sich die Mitarbeiter im firmenspezifischen Outfit präsentieren. Das reichte von Handwerkerbetrieben über die Geldinstitute bis hin zu Pflegediensten und ärztlichen Praxen, und auch die Gemeindeverwaltung mit Chef-Organisator Volker Bitsch war präsent. „Das ist Mitarbeiterpflege“, merkte die CDU-Landtagsabgeordnete Birgit Heitland an, die sich ebenfalls unter die Besucher gemischt hatte – am Freitagabend hatte der Kreistagsvorsitzende Joachim Kunkel den Johannismarkt mit dem Fassbieranstich offiziell eröffnet.
So war der Bürgermeister voll des Lobes angesichts problemlos verlaufener Festtage. „Am Sonntagmorgen habe ich die Nachricht von unserem Ordnungsbehördenbezirk erhalten, dass es bis dahin keine einzige Beschwerde wegen Lärm gegeben hat“, hob er hervor. Das war auch ein Beleg dafür, dass die Entscheidung, eine nächtliche Sperrzeit ab 2 Uhr festzulegen, richtig gewesen sei. „Die Musik war dann immer aus“, unterstrich er.
„Sensationell“ – so lautete sein Urteil zum Umzug am Sonntag. Sein Dank galt noch einmal allen Teilnehmern aus der gesamten Gemeinde, die mitgemacht haben. „Der Umzug war toll gestaltet.“
Zufrieden war auch der Vorsitzende des Fürther Gewerbevereins, Bernd Schmitt, mit dem verkaufsoffenen Sonntag nach dem Umzug. „Das war für alle ein Erfolg“, unterstrich er. Gut sei auch die Regelung gewesen, die Ortsdurchfahrt nach dem Umzug wieder für den Verkehr zu öffnen. „Für die Geschäftsleute wäre es so kurzfristig gar nicht machbar gewesen, alles auf die Bundesstraße rauszubringen. Das hätte keinen Sinn gemacht“, so Schmitt.
Alle Veranstaltungen gut besucht
Begeistert von dem großen Zuspruch waren auch die Vereine, die den Bar-Bereich im Festzelt bewirten. „Alle Veranstaltungen waren sehr gut besucht. Man merkt einfach, dass die Leute raus wollen“, sagte Fritz Eisenhauer, Vorsitzender des TV Fürth, stellvertretend für die HSG Fürth/Krumbach sowie den SV und den FC Fürth.
Viele einheimische Gäste, vor allem ältere, freuten sich, dass sie endlich wieder der direkt am Festplatz gelegenen Traditionsgaststätte „Zur Krone“ einen Besuch abstatten konnten – auch wenn sie künftig „Krönchen“ heißen wird. Dort werden die beiden Schwestern Lena und Lisa Arnold aus Steinbach im Laufe des Jahres ein Café eröffnen und wie schon bei der Fürther Nacht hatten sie zum Johannismarkt vorab geöffnet – mit der Hilfe von Familie und Freunden. „Jetzt freuen wir uns auf Eure Eröffnung“, sagte ein Besucherin, die sich gerade den selbst gebackenen Kuchen hatte schmecken lassen. Ein Termin steht indes noch nicht fest, erklärte Lisa Arnold.
Viele Besucher machten auch an einem ganz besonderen Laden Halt. Dort standen Filmfiguren wie der Predator, der Mandalorianer oder Sauron aus „Der Herr der Ringe“ in Lebensgröße. Verantwortlich dafür war Carsten Wahlig, ein gebürtiger Ostfriese, den die Liebe in den Odenwald verschlagen hat. Er fertigt in Handarbeit Kostüme von Superhelden und Bösewichtern an, die er über die Johannismarkt-Tage in seinem kleinen Atelier namens „FoamCosplay“ präsentierte, das er dort seit Jahresbeginn eingerichtet hat. Auch er konnte von einer guten Resonanz berichten.
Während dessen wurde im Festzelt und drumherumum weiter gefeiert und so zog sich der Frühschoppen – traditionsgemäß – bis in die Abendstunden hinein, ehe der Johannismarkt 2023 Geschichte war.